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China: Ilham Tohti

Lebenslange Haft für den Kampf gegen Diskriminierung

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2016.01438
Veröffentlichung: 07.12.2016

Affiliations sind für diesen Artikel im PDF verfügbar.

Der renommierte Wirtschaftsprofessor Ilham Tohti wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er hatte ein Internetportal gegründet, das über die Situation der uigurischen Minderheit in China informierte.

Die Uiguren sind eine vornehmlich muslimische ethnische Minderheit in China. Sie sind regelmässig schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt und leiden unter Diskriminierung, was Sprache, Religion, Kultur, Bildung und den Zugang zum Arbeitsmarkt angeht. Der Pekinger Wirtschaftsprofessor 
Ilham Tohti, der zu dieser ethnischen Gruppe gehört, kritisierte diese Menschenrechtsverletzungen öffentlich. Er warb für einen friedlichen Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft und gründete ein Internetportal, um über die Situation der UigurInnen zu informieren. Die chinesischen Behörden sperrten «Uighur Online» jedoch mehrfach. 2014 wurde Ilham Tohti verschleppt, monatelang ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten und gefoltert. Im September 2014 verurteilte ihn ein Gericht wegen «Separatismus» zu lebenslanger Haft. Dieser Vorwurf wird immer wieder gegen politische Gegner erhoben. Ilham Tohti hat lediglich friedlich sein Recht auf freie Meinungsäusserung ausgeübt: Er ist ein gewaltloser politischer Gefangener und muss sofort freigelassen werden.

Brief: www.briefmarathon.de

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© Ai Weiwei

Amnesty Annual Report 2015/2016: China

A series of new laws with a national security focus were drafted or enacted that presented grave dangers to human rights.

The government launched a massive nationwide crackdown against human rights lawyers.

Other activists and human rights defenders continued to be systematically subjected to harassment and intimidation.

Five women’s rights activists were detained for planning to mark International Women’s Day with a campaign against sexual harassment.

Authorities stepped up their controls over the internet, mass media and academia.

Televised “confessions” of critics detained for investigation multiplied.

Freedom of religion continued to be systematically stifled.

The government continued its campaign to demolish churches and take down Christian crosses in Zhejiang province.

In the predominantly Muslim Xinjiang Uighur Autonomous Region, the regional government enacted new regulations to more tightly control religious affairs and ban all unauthorized religious practice.

The government maintained extensive controls over Tibetan Buddhist monasteries.

The UN Committee against Torture regretted that previous recommendations had not been implemented.

https://www.amnesty.org/en/countries/asia-and-the-pacific/china/

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