Reflektieren

Iran: Zeynab Jalalian

In Haft gefoltert und ohne Zugang zu benötigter medizinischer Hilfe

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2016.01441
Veröffentlichung: 07.12.2016

Affiliations sind für diesen Artikel im PDF verfügbar.

Zeynab Jalalian sitzt seit über acht Jahren im Gefängnis und läuft Gefahr, ihr ­Augenlicht zu verlieren. Die Behörden verweigern ihr die dringend notwendige medizinische Behandlung.

Zeynab Jalalian setzte sich für die Rechte der kurdischen Minderheit im Iran ein, insbesondere für Frauen. 2008 wurde sie festgenommen und später von einem Gericht wegen «Feindschaft zu Gott» zu einer ­lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Man warf ihr vor, der oppositionellen kurdischen Gruppierung PJAK anzugehören, die auch einen bewaffneten Flügel hat. Sie läuft Gefahr, ihr Augenlicht zu verlieren, und muss dringend fachärztlich behandelt werden. Ihre Familie geht davon aus, dass die Augenprobleme von Folter und Misshandlungen herrühren, die Zeynab Jalalian während der Haft erlitt. Im iranischen Fernsehen wurde ein erzwungenes «Geständnis» von Zeynab Jalalian gesendet und ihre gesundheitlichen Probleme wurden geleugnet. Die Behörden verweigern ihr weiterhin den Zugang zu einem Arzt. Der Prozess gegen sie war eine Farce: Er dauerte nur wenige Minuten, ein Rechtsanwalt wurde ihr verwehrt und es wurden keine Beweise über die ihr vorgeworfenen Aktivitäten vorgelegt.

Brief: www.briefmarathon.de

fullscreen

© Ai Weiwei

Amnesty Annual Report 2015/2016: Iran

The authorities severely curtailed the rights to freedom of expression, association and assembly, arresting and imprisoning journalists, human rights defenders, trade unionists and others who voiced dissent, on vague and overly broad charges.

Torture and other ill-treatment of detainees remained common and was committed with impunity; prison conditions were harsh.

Unfair trials continued, in some cases resulting in death sentences.

Women and members of ethnic and religious minorities faced pervasive discrimination in law and in practice.

The authorities carried out cruel punishments, including blinding, amputation and floggings.

Courts imposed death sentences for a range of crimes; many prisoners, including at least four juvenile offenders, were executed.

https://www.amnesty.org/en/countries/middle-east-and-north-
africa/iran/

Amnesty International

Amnesty International wendet sich auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte weltweit gegen Menschenrechtsverletzungen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde im Jahr 1961 vom britischen Anwalt Peter Benenson gegründet. Zwei Studenten hatten in Portugal auf die Freiheit angestossen und wurden deswegen verhaftet. Dieses Ereignis hat Peter Benenson inspiriert, in der Zeitung «The Observer» mit seinem «Appeal for Amnesty» die Freilassung von Gewissensgefangenen zu fordern. Aus dieser Aktion erwuchs innert kurzer Zeit eine internationale Bewegung. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis.

Nicht zuletzt dank dem Druck von Amnesty International gibt es seit 1987 die internationale Konvention gegen die Folter, seit 2002 den internationalen Strafgerichtshof und seit 2006 den Uno-Menschenrechtsrat.

Die Arbeit von Amnesty International beruht auf sorgfältigen Nachforschungen. ExpertInnen sammeln Meldungen über Menschenrechtsverletzungen aus aller Welt. Ausserdem entsendet Amnesty International Fachleute in Krisenregionen. Öffentlicher Druck ist das wichtigste Mittel, um Verbesserungen für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu erzielen. Amnesty International nutzt auch die Möglichkeiten des politischen Lobbying und interveniert direkt bei Regierungen und Behörden. In besonders akuten Fällen von Menschenrechtsverletzungen alarmiert Amnesty International das Urgent-Actions-Netzwerk. Freiwillige auf der ganzen Welt senden innert Stunden Tausende Briefe, Faxe und E-Mails ab.

Die Arbeit von Amnesty International zeigt Wirkung: Gewissensgefangene werden frei­gelassen, Todesurteile umgewandelt oder Menschen, die foltern, vor Gericht gestellt. ­Kampagnen und Aktionen tragen zur Verbesserung der Menschenrechtslage bei und stärken ­Organisationen vor Ort den Rücken. www.amnesty.ch

Verpassen Sie keinen Artikel!

close