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Ein Rück- und Ausblick

Regionaltreffen fördern den ­direkten Austausch

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2017.01495
Veröffentlichung: 24.01.2017

Eva Kaiser

Vorstandsmitglied mfe

Mit dem Ziel, die Verbindungen zwischen Basis und Verbandsspitze von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz weiter zu stärken, hat der Verband 2016 ein neues Tool ­eingeführt: die «mfe-Regionaltreffen». Warum und für wen organisiert mfe diese Treffen?

Bereits vor der Gründung von Haus- und Kinderärzte Schweiz mfe 2009 haben die standespolitisch engagierten Hausärztinnen und Hausärzte aus der Romandie sich regelmässig am Rande ihrer Kongresse zusammengesetzt, um zu diskutieren und ihre gemeinsamen Anliegen zu formulieren. Die Tessiner wurden jeweils auch dazu eingeladen. Nach der Gründung von mfe wurden diese Treffen zusammen mit den welschen Vorstandsmitgliedern weitergeführt. Diese Treffen finden seither reihum immer in einer anderen Region statt, wobei sich die Delegierten der jeweiligen Gastgeberregion um den Ort und das leibliche Wohl kümmern, während mfe für das Programm und die Finanzierung sorgt. So fanden diese Treffen bereits in Genf, im Jura, in Montreux und zuletzt im Wallis statt.

Mit der Basis einen guten Kontakt 
und Gedankenaustausch pflegen

Von Anbeginn war ein Hauptanliegen des mfe-Vorstandes, mit der Basis einen guten Kontakt und Gedankenaustausch zu pflegen. 2013 wurde dafür ein Konzept ausgearbeitet; jedes Vorstandsmitglied ist seither für eine gewisse Region mit ihren Delegierten und den regionalen Vorständen sowie den dortigen Mitgliedern von mfe zuständig. Zu diesen individuellen Kontakten wurde das Key-Account-Management nun nach dem Vorbild der Romandie ergänzt. So wurden im 2016 auch in der Deutschschweiz neu zwei Regionaltreffen durchgeführt.

Kennen Sie Ihren lokalen/regionalen Ansprechpartner 
im Vorstand mfe?
ZH, ZGPhilippe Luchsinger
BS/BL, SO, AGChristian Rohrmann
LU, OW/NW, UR, LUEva Kaiser
BERolf Temperli
GE, VD, FR, NEBrigitte Zirbs
JU, VSFrançois Héritier
GR, TI, GLHeidi Zinggeler
SG, SH, TG, AR/AIAlex Steinacher

Die Terminfindung für diese Treffen erwies sich als äusserst schwierig. Die Agenda der «Aktiven» ist leider immer schon sehr voll. Eingeladen sind aber ja ausdrücklich nicht nur diejenigen, die man sowieso schon überall trifft, obwohl wir deren Erfahrung und Vernetzung natürlich auch gerne dabei haben. Neben den Delegierten wünschen wir uns bei dieser Gelegenheit aber auch neue interessierte Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen, die bisher noch kein offizielles Amt bekleiden. Es ist uns ein Anliegen, insbesondere auch mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten, Interesse sowohl zu wecken als auch 
Interessierte abzuholen. Wir erhoffen uns, bei dieser Gelegenheit auf den Einen oder die Andere zu treffen, der/die sich gerne standespolitisch engagieren würde. Denn sowohl auf nationaler Ebene als auch in den Kantonen gibt es zahlreiche Gremien, die dringend auf Nachfolge angewiesen sind!

Darum haben wir explizit darum gebeten, dass jeder «Alte» eine «Junge» oder einen «Jungen» für diese Treffen einlädt, mitbringt und motivieren soll. Und wir streuen unsere Einladung natürlich auch innerhalb der Jungen Hausärztinnen und -ärzte Schweiz (JHaS), auch wenn uns bewusst ist, dass es während der Assistentenzeit oftmals etwas schwierig ist, an einem Donnerstag frei zu bekommen.

Zwei erfolgreiche Hauptproben

So sind wir in der Deutschschweiz mit den Regionaltreffen dieses Mal zwar klein, aber trotzdem gut durchmischt gestartet. Die Region «Mitte» (BE, SO, BS/BL, AG, LU, OW/NW, UR und SZ) traf sich mit dem Themenschwerpunkt «Verbandsentwicklung», die Region «Ost» (SG, TG, AR/AI, ZG, GL, GR, ZH, SH, TI) mit «Praxisnachfolge/Praxisassistent». Nach inspirierenden Inputreferaten wurde angeregt in Kleingruppen diskutiert. Die Grundvoraussetzungen zu beiden Themen unterscheiden sich in den diversen Kantonen erheblich. Trotzdem ist es allen gelungen, sich Anregungen für den eigenen Bereich zu holen und gute Erfahrungen, die man selber machen konnte, zu teilen. Der persönliche Kontakt wurde von allen Teilnehmern geschätzt, und mfe wurde ermutigt, diese Treffen weiterzuführen. Dies tun wir gerne mit dem Ziel, dass die Treffen wachsen und dadurch möglichst viele davon profitieren zu lassen. Darum hier bereits die ersten «save the dates»: Das «mfe-Regionaltreffen West» findet am 28.9.2017 im Kanton Neuenburg statt, das «mfe-Regionaltreffen Mitte» am 24.8.2017 und das «mfe-Regionaltreffen Ost» wird für den 8.6.2017 zusammen mit der GV der HKO in St. Gallen geplant.

Was wir gelernt haben

Oftmals ist uns allen gar nicht bewusst, wie aktiv verschiedene Regionen in gewissen Themenbereichen sind. So treffen sich zum Beispiel die kantonalen Verantwortlichen für Hausarztcurricula zum Erfahrungsaustausch. Ein Thema, das auch mfe mit seinen politischen Aufgaben brennend interessiert. Ich habe darum Christian Studer aus Luzern gebeten, in einem der folgenden PHC einen Artikel dazu zu verfassen und zu erzählen, welche Bedeutung der Masterstudiengang in Luzern für uns Hausärzte hat.

Meine persönliche «take home message» aus dem «mfe-Regionaltreffen Mitte»: Finanzielle Vorteile führen bei einem Verein vielleicht zu mehr Mitglieder. Sie lösen aber notgedrungen auch gewisse Kosten aus, und der Gewinn an Mitgliederbeiträgen droht dadurch schnell wieder verloren zu gehen. Mitglieder, die durch finanzielle Vorteile angezogen werden, treten im Verein nicht gross in Erscheinung. Hingegen gewinnt man engagierte Mitglieder, wenn es gelingt, ein hohes Mass an Identität und persönlicher Identifikation zu schaffen. «Wir Haus- und Kinderärzte = mfe»! Mit unserem Grundversorgerkonzept haben wir somit offenbar einen guten Weg eingeschlagen!

Auch beim «mfe-Regionaltreffen Ost» fiel mir ein erfreulicher Punkt besonders auf: Als wir eine Auslegeordnung machten, was Kollegen, die einen Praxisnachfolger suchen, anzubieten haben und dem gegenüber stellten, welche Anforderungen die Jungen an eine Praxis haben, stellten wir fest, dass Angebot und Anforderung oftmals deckungsgleich sind. Spannend! Warum klappt es dann häufig trotzdem nicht mit der Praxisübernahme? Dieser Frage geht eine Gruppe um ein paar engagierte Kollegen im oberen Baselbiet nach, die die «Praxis pro AG» gegründet haben. Sie versuchen, Praxisanbieter und Praxissuchende mit eben solchen oftmals deckungsgleichen Angeboten und Anforderungen zusammenzubringen und ihnen zu helfen, miteinander eine passende Lösung zu finden. Diese Methode sollte Schule machen! Wir werden das im Auge behalten.

Wie organisiere ich mich als Verband so, dass meine Mitglieder einen maximalen Nutzen an ihrer Mitgliedschaft bei mir haben? Wie finden wir für unsere Praxis die geeignete Nachfolgerin oder wie finde ich die Praxis, die in mein junges Lebenskonzept passt und die ich mir auch leisten kann? Dauerbrenner-Fragen, die wir nie abschliessend werden beantworten können.

Aber das ist auch nicht das Ziel der Regionaltreffen. Das Ziel ist, den Kontakt zu pflegen, sich kennen zu lernen, im Gespräch zu sein, den Verband «lebendig» zu machen. Das WIR zu pflegen, das uns zu einem starken Verband der Haus- und Kinderärzte macht. Wir freuen uns auf spannende Regionaltreffen im 2017.

Redaktionelle
Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost
Kommunikationsverantwortliche Hausärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
sandra.huegli[at]
hausaerzteschweiz.ch

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