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Die Präventionsarbeit ist einer der Tätigkeitsschwerpunkte der Kinder- und Hausärztinnen und -ärzte. Das KHM wurde bereits bei der Ausarbeitung der nationalen Strategie zu Impfungen konsultiert und freut sich nunmehr, an deren Umsetzung mitzuwirken. Das Kollegium erweitert somit seine Tätigkeit über den Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten hinaus, mit denen es sich im Rahmen des Gesundheitscoachings befasst.

Dr. med. Pierre Klauser, Präsident KHM

Den Schutz der Bevölkerung optimieren

Nationale Strategie zu Impfungen

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2017.01555
Veröffentlichung: 26.04.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(08):153-154

Virginie Masserey Spicher

Abteilung Übertragbare Krankheiten, Sektion Infektionskontrolle und Impfprogramm, Bundesamt für Gesundheit, Bern

Auch wenn die Wirksamkeit der Impfungen als Präventionsmassnahme wissenschaftlich belegt ist und die Durchimpfungsraten bei Kindern in der Schweiz in den ersten Lebensjahren sehr hoch sind, gibt es bei einzelnen Impfungen und bei bestimmten Zielgruppen noch Lücken und Verbesserungspotenziale.

Um den Impfschutz der Schweizer Bevölkerung zu ­optimieren, hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 11. Januar 2017 eine nationale Strategie zu Impfungen (NSI) verabschiedet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte die Grundlagen zur Strategie in enger ­Zusammenarbeit mit Fachpersonen und involvierten Akteuren erarbeitet.

Sie orientiert sich an folgenden drei Hauptzielsetzungen:

1 Die Akteure erachten Impfungen als sehr wichtig für die Gesundheit der Bevölkerung. Sie informieren einheitlich über Impfungen und führen sie durch. Zudem unterstützen sie innovative Massnahmen im Impfbereich.

2 Die Bevölkerung hat Vertrauen in die offiziellen Impfempfehlungen und in die Sicherheit der empfohlenen Impfungen. Sie erkennt die Bedeutung der Impfung zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer. Impfentscheide können gut informiert getroffen werden.

3 Der Zugang zu sachdienlichen, klaren und transparenten Informationen und zu den Impfungen ist für alle einfach.

Zur Erreichung dieser drei Ziele braucht es ein breites Spektrum an Massnahmen. Die NSI definiert dazu fünf Interventionsachsen mit insgesamt 15 Handlungsfeldern. Diese betreffen die «Stärkung des Verantwortungsbewusstseins und Unterstützung der Akteure», «Kommunikation und Angebote für die Bevölkerung», «Ausbildung und Koordination» sowie «Überwachung, Forschung und Evaluation» und «Spezifische Strategien» gegen einzelne Infektionskrankheiten. Detaillierte Angaben dazu → http://www.bag.admin.ch/nsi.

Zusammenarbeit der involvierten 
Akteure

In der Schweiz sind zahlreiche Akteure in unterschiedlichen Bereichen in die Impfung involviert: Bund, Kantone, Gesundheits- und Bildungsfachleute, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsinstitutionen, Kindertages-
stätten, Versicherer, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor. Die gute Zusammenarbeit und das Engagement all dieser Akteure ist für das Erreichen der strategischen Ziele von grundlegender Bedeutung. Ins-
besondere den Gesundheitsfachleuten kommt als primäre Ansprechpartner für die Bevölkerung bei der Umsetzung der NSI eine wichtige Rolle zu. Von den Ärztinnen und Ärzten wird erwartet, dass sie das Thema Impfungen mit ihren Patientinnen und Patienten systematisch angehen und sich dafür einsetzen, dass ihr Impfstatus immer auf dem neuesten Stand ist.

Damit Ärztinnen und Ärzte im Impfgespräch den persönlichen Fragen und Anliegen ihrer Patientinnen und Patienten gut begegnen können, müssen sie über geeignete Instrumente für die Beratung der Patientinnen und Patienten verfügen und für ihre Leistungen adäquat entschädigt werden. Die routinemässige Nutzung eines an ein Expertensystem gebundenen elektronischen Impfausweises kann sie bei der Überprüfung des Impfstatus oder mit automatischen Erinnerungen für die Nachhol- und Auffrischimpfungen massgeblich unterstützen.

Was sind die nächsten Schritte?

Die Umsetzungsplanung soll wiederum in Zusammenarbeit zwischen BAG und den Akteuren erfolgen. Workshops werden mit den bereits in der Erarbeitung der Strategie involvierten Partnern und Akteuren durchgeführt. Ziel dieser Workshops ist es, die Massnahmen zu priorisieren, die dann Eingang in den Aktionsplan finden werden. Die eigentliche Umsetzung der nationalen Strategie zu Impfungen soll im Januar 2018 starten.

Redaktionelle
Verantwortung:
Pierre Klauser, KHM

Korrespondenzadresse

Dr. med.
Virginie Masserey Spicher
Sektionsleiterin
Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Übertragbare Krankheiten
Sektion Infektionskontrolle und Impfprogramm
Schwarzenburgstrasse 157
CH-3003 Bern
virginie.masserey[at]
bag.admin.ch

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