Offizielle Mitteilungen

In dieser Serie stellt mfe 2017 die konkrete Umsetzung ihres Grundversorgerkonzepts vor

3. Teil: Interprofessionell und ­verantwortlich

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2017.01623
Veröffentlichung: 16.08.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(15):283-285

Unsere ganzheitliche Sichtweise fördert die Entwicklung unserer Patienten in ­ihrem Umfeld. Wir motivieren unsere Patienten, Ressourcen zu nutzen, Krankheiten zu vermeiden oder deren Auswirkungen möglichst klein zu halten.

mfe organisiert den 1. Swiss ehpic-Kurs für interprofessionelle Zusammenarbeit: Mit Ausbildung zum Erfolg

41 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 11 Berufsgruppen der Grundversorgung trafen sich im März 2017 zum ersten Swiss ehpic-Kurs in Solothurn. Interprofessionalität ist für mfe ein strategisch wichtiger Bereich für die Zukunft der Haus- und Kinderärzte. 2015 reisten deshalb Brigitte Zirbs und Marc Müller nach Kanada, um sich am Centre for Interprofessional Education (IPE) in Toronto in interprofessionellen Zusammenarbeit ausbilden und von den Erfahrungen und Erkenntnissen inspirieren zu lassen.

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Die Teilnehmer des 1. Swiss ehpic-Kurses für interprofessionelle Zusammenarbeit.

Mit einem Rucksack voller Ideen für die Schweiz sind die beiden zurückgekommen. Der Vorstand und die Delegierten von mfe waren sich, basierend auf diesen Erfahrungen, darin einig, dass ein solcher Kurs auch für die Schweiz von grossem Nutzen sein könnte. Daraufhin wurden Gespräche mit den Organisatorinnen aus Kanada geführt und die konkrete Umsetzung wurde voran getrieben.

Im März 2017 konnte nun der erste Kurs in der Schweiz durchgeführt werden. Für alle Beteiligten war dies ein Erlebnis, ein Experiment und ein sehr persönliches Projekt. «Mein Ziel war, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem gleichen Motivationsschub nach Hause gehen würden, wie ich das in Kanada erlebt hatte», meinte Marc Müller.

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Vorstellung der Präsentationen.

Langjährige Erfahrung aus Kanada

Das Team aus Kanada, bestehend aus drei sehr erfahrenen Kursleiterinnen und interprofessionellen Teamworkerinnen, brachte 15 Jahre Erfahrung aus vielen ähnlichen Kursen mit. Marc Müller und Brigitte Zirbs ergänzten die Schweizer Sicht, insbesondere das Wissen, bei welchen «Knackpunkten» in der Schweizer Grundversorgung angesetzt werden sollte. Gemeinsam entstand so ein Kurs-Konzept für Schweizer Grundversorger. Das spürbar gute Teamwork der kanadischen und Schweizer Kursleiterinnen und Kursleiter war beeindruckend – als würden sie schon jahrelang zusammenarbeiten.

Intensiv und anspruchsvoll

Die drei Tage waren intensiv – sowohl fachlich als auch persönlich. «Es war für uns beeindruckend, wie gross die Bereitschaft zur persönlichen Auseinandersetzung mit wichtigen Themen wie Leadership, Teambuilding und dem Überbrücken von gewohnten Verhaltensmustern war. Die Teilnehmenden zeigten grosse Motivation darin, aus gewohnten Strukturen und Grenzen auszubrechen und sich auf persönliches Neuland zu wagen. Dies zu beobachten und mitgestalten zu dürfen war für uns Organisatoren eine grosse Freude und Bereicherung,» fasste Marc Müller den Kurs zusammen.

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Teams bei der Arbeit.

«Teach the Teacher»

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitierten ­einerseits fachlich von dieser erstmaligen Durchführung und anderseits von einem reduzierten Kurspreis, was dank mfe und Sponsoren möglich war; als «Gegenleistung» sollten einige der Teilnehmenden als künftige «Teacher» für die interprofessionelle Weiterbildungen gewonnen werden. «Wir haben unser Ziel erreicht, ein motiviertes Team zu bilden, das uns künftig bei der Entwicklung und Weiterentwicklung der Schweizer IP-Ausbildung begleitet und unterstützen wird» freute sich Brigitte Zirbs.

Strategischer Schwerpunkt von mfe

Mfe engagiert sich seit 2009 intensiv für die Interprofessionalität. Mit dem Kurs und dem damit verbundenen Engagement (finanziell und organisatorisch) hat mfe gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Grundversorger das Zepter selbst in die Hand nehmen. «Wir müssen uns proaktiv mit diesem Thema befassen – nur so können wir die Zukunft unserer Berufe in der Grundversorgung selber mitgestalten» fasst Philippe Luchsinger das Engagement von mfe zusammen.

Ich bin vom Kurs restlos begeistert. Inhalte, Unterlagen, Dozierende und Durchführungsort wurden sehr sorgfältig ausgewählt. Mich hat einerseits die hohe didaktische Qualität beeindruckt, die durch eindrücklich gelebte Interprofessionalität einen vertieften Zugang zum Thema ermöglicht. Andererseits wurden die Inhalte so gewählt, dass mein Wissenszuwachs zusätzlich durch Erleben und Reflexion vervielfacht wurde. Ich habe ganz viele neue Ideen, konkrete Hilfsmittel, eine reflektierte eigene Haltung und unglaublich viel motivierenden «interprofessionellen Geist» mitgenommen.

Prof. Andrea Räss-Hunziker

Dozentin BSc Ernährung und Diätetik BFH, Ernährungsberaterin SVDE, MAS Ethische Entscheidungsfindung in Organisation und Gesellschaft FHNW, Berner Fachhochschule/Haute école spécialisée bernoise Departement Gesundheit / Studiengang Ernährung und Diätetik

Le cours m’a énormément apporté et m’a beaucoup plu – le fond, notamment les points cruciaux sur l’interprofessionnalité tels que communication, leadership développés au cours du séminaire. La forme et surtout les modalités pédagogiques exploitées pendant les 3 jours par l’équipe de formateurs, ont réellement permis à cette formation de «garder» les participants actifs et  impliqués à chaque instant. Merci encore à l’équipe canadienne pour son enthousiasme et sa créatitivité.

Robert Doureradjam

Chargé de Formation, Hôpitaux Universitaires de Genève, 
Direction des ressources humaines, Centre Recrutement, 
parcours, compétences & formation, Formation spécialisée en soins d’anesthésie EPD ES, Service d’anesthésiologie

Der Kurs hat mir ausgesprochen gut gefallen. Beeindruckt hat mich die tolle interprofessonelle Gruppe der Teilnehmer mit deren Motivation und die Vielzahl der unterschiedlichen IPE-Initiativen in der Schweiz. Hervorheben möchte ich auch die Professioalität der kanadischen Kollegen und das Zusammenspiel mit Marc und Brigitte. Als wenn sie den Kurs schon mehrmals zusammen durchgeführt hätten. Mitgenommen habe ich sehr viel, besonders den pädagogischen Approach mit den super aufeinander abgestimmten didaktischen Methoden um IPE. Wir sind jetzt schon dabei zu überlegen, wie wir das in unsere Arbeit in Stockholm einbringen können.

René Ballnus

Ausbildungscenter Södersjukhuset, Schweden

Redaktionelle
Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost
Kommunikationsbeauftragte mfe Haus- und ­Kinderärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
Sandra.huegli[at]
hausaerzteschweiz.ch

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