Lehre

Selbst Hand anlegen und Pathologien richtig erkennen

Ultraschall ­advanced

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2020.10253
Veröffentlichung: 07.10.2020
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2020;20(10):303

Katrin Bopp, Vera Freund

Tutorinnen der Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (SGUM), Modul «Abdomen» sowie «Point of care-Ultraschall»

Ein kurzer Bericht über einen abgehaltenen Ultraschall-Workshop im Rahmen des Hausarzt-Update Basel des universitären Zentrums für Hausarztmedizin beider ­Basel (uniham-bb).

Im Rahmen des 1. Hausarzt-Update Basel 2019 durften wir vom Ultraschallteam der medizinischen Poliklinik des Unispitals, einen Ultraschallworkshop für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen anbieten. Wir sind Tutorinnen für das Modul «Sonografie Abdomen und Point of care-Ultraschall» der SGUM, die mit weiteren Kolleginnen und Kollegen für die stationäre und ambulante Innere Medizin des Universitätsspitals Basel sämtliche Ultraschalluntersuchungen durchführen und dabei mit viel Freude und Motivation andere Ärztinnen und Ärzte ausbilden.

Die beiden Workshops des Hausarzt-Update Basel standen unter dem Motto «Selbst Hand anlegen und Pathologien erkennen». Sie waren für jeweils acht Teilnehmende ausgelegt, die von zwei erfahrenen Tutorinnen, nebst unserem aktuellen Rotationsassistenten supervidiert wurden. In diesem einstündigen Workshop sollten sowohl Ultraschall-Neulinge als auch Kollegen, die in ihrem Alltag bereits Ultraschall anwenden, auf ihre Kosten kommen. Natürlich kann man innert einer Stunde nicht gleich zum Ultraschallprofi werden. Das war sowohl den Teilnehmenden als auch uns Tutoren vorher klar. Wir hatten uns daher zum Ziel gesetzt, denjenigen mit wenig Vorerfahrung zu zeigen, was man mit Ultraschall alles darstellen kann und ihr Interesse am Ultraschall zu wecken, beziehungsweise zu intensivieren. So hatten wir für diese weniger erfahrenen Kollegen zwei Patienten mit Befunden herausgesucht, die gut ins Auge fallen: Eine Balkenblase mit multiplen Pseudodivertikeln bei Prostatahyperplasie sowie eine bei Sichelzellanämie stark vergrösserte Milz, Hepatomegalie und eine komplett mit Sludge ausgefüllte Gallenblase. Dies sind auch für einen ungeübten Sonografeur gut sichtbare Befunde, bei denen sich ein «aha, so sieht das also aus»-Effekt rasch einstellt.

Die Geübteren bekamen die Möglichkeit, ein paar nicht sofort ins Auge springende pathologische Befunde selbst zu finden. Hierfür hatten wir drei Patienten einbestellt, bei denen unter anderem ein poly­zystisches Pankreas, paraaortale Lymphknotenpakete bei Immundysregulation und eine Hufeisenniere entdeckt werden konnten. Aufgrund der grossen Motivation seitens der Teilnehmenden blieben auch diese ­Befunde nicht lange unentdeckt.

Jeder der Teilnehmenden durfte jeden Patienten eine Zeit lang selbständig unter unserer Anleitung schallen, und wir hatten viel Freude daran, mit Tipps und Tricks zur Seite zu stehen. Immer wieder ist es schön zu sehen, wie schnell sich kleinere oder grössere Erfolgserlebnisse einstellen und wie rasch unsere Begeisterung für den Ultraschall überspringt.

Leider war die Stunde viel zu schnell vorbei und die Teilnehmenden mussten zum nächsten Programmpunkt weiterziehen.

Internistischer Ultraschall ist uns eine Herzensangelegenheit. Niemand kann Klinik und sonografischen ­Befund so gut korrelieren und zu einem Krankheitsbild zusammenfügen, wie ein/e sonografisch versierte/r Hausarzt/ärztin und Internist/in. Daher machen wir uns für internistischen Ultraschall stark.

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Credits

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Kopfbild: © Vadim Zakharishchev | Dreamstime.com

Korrespondenzadresse

Dr. med. Katrin Bopp
Universitätsspital Basel
Petersgraben 4
CH-4031 Basel
Katrin.Bopp[at]usb.ch

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