Editorial

Fünf Jahre SGAIM

Eine gelungene Fusion

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2020.10325
Veröffentlichung: 02.12.2020
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2020;20(12):365

Regula Capaula, Drahomir Aujeskyb

a Co-Präsidentin SGAIM; b Co-Präsident SGAIM

Liebe Leserinnen und Leser

Am 17. Dezember 2015 fusionierten die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGIM) und Schweizerische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) zur schweizweit grössten Fachgesellschaft, der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM). Ihre Mitglieder umfassen die grosse Mehrheit der Hausärzte und Spitalinternistinnen, akademische Allgemeininternistinnen sowie viele Internisten mit einem weiteren Facharzttitel. Die Grundlage dieser Fusion stellte der Entscheid zu einem ganzheitlichen Weiterbildungsprogramm für Internistinnen und Internisten aller Couleur dar, das je nach Interessen und künftiger Tätigkeit in Spital oder Praxis eine maximale Individualisierung in der Weiterbildung erlaubt. Im Vorfeld der Fusion ge­äusserte Bedenken, dass eine so heterogene Fachgesellschaft nicht funktionieren könne und dass man besser eine separate Fachgesellschaft für hausärztlich und im Spital ­tätige Internistinnen und Internisten schaffen solle, haben sich nicht bewahrheitet.

In den fünf Jahren seit der Fusion ist viel geschehen. Die Schaffung einer neuen, «nutzerfreundlicheren» und effizienteren Geschäftsstelle, die Revision des Weiterbildungsprogramms für AIM, dedizierte Kommissionen für die Nachwuchs- und Forschungsförderung sowie eine Stärkung der Qualitätskommission wurden vorangetrieben. Weitere, vielbeachtete Projekte waren eine Kampagne zur Nachwuchsstärkung sowie das Commitment und Leadership der SGAIM für eine optimale Patientenbetreuung im Rahmen von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland».

Nicht nur wurde das standespolitische Engagement für die AIM intensiviert und ausgebaut, es wurde auch eine eigene SwissDRG-Arbeitsgruppe gegründet mit dem Ziel, faire Tarife für die stationäre AIM zu ermöglichen.

Nach dieser dynamischen Anfangsphase wäre es jedoch zu früh, sich auf die Schultern zu klopfen. Die Challenges einer sich immer rascher verändernden und komplexeren Gesellschaft inklusive interkurrenten Pandemien wachsen stetig. Für unsere Kernanliegen, die fachliche Entwicklung und Anerkennung des Generalism und die nachhaltige Sicherstellung des Nachwuchses in Spitälern und Arztpraxen müssen wir weiterhin vehement einstehen. Die Attraktivität der AIM als Fachrichtung muss durch eine qualitativ hochstehende Weiter- und Fortbildung sowie attraktive ­Arbeitsbedingungen sichergestellt, und durch die Schaffung von interessanten Zukunftsperspektiven die Abwanderung kompetenter Jungärztinnen und Jungärzte in andere Fachbereiche verhindert werden. Auch im Bereich der Qualitätsentwicklung wollen wir unsere Mitglieder unterstützen, damit diese im Alltag hilfreiche Tools zur Hand haben.

Dabei verfolgen wir gemeinsame Anliegen von Hausärzten und Spitalinternistinnen: Die Idee, die Patientin oder den Patienten in der ganzen Komplexität zu erfassen und zu versorgen, ist sowohl Generalisten im Spital, an Universitäten wie auch in Hausarztpraxen gemein. Sie teilen damit die gleiche Vision einer umfassenden, kontinuierlichen, koordinierten und somit nachhaltigen, aber vor allem auch patientenzentrierten Medizin.

Von Anfang an war uns klar, dass die unterschiedlichen Kulturen der Allgemeinmedizin und der Inneren ­Medizin eine Chance darstellen: Voneinander lernen, Synergien nutzen und gemeinsam geräuschvoll und vernehmbar lauter zu sein, hat sich aus unserer Perspektive bewährt. Unsere Mitglieder profitieren durch die Fusion von besonders attraktiven Kongressen mit einem vielseitigen Programm und hochkarätigen ­Referentinnen und Referenten, einem zeitgemässen Fortbildungsprogramm und -angeboten für Spitalärzte ­sowie Hausärztinnen und nicht zuletzt, ein geballtes Engagement für unsere attraktive Fachrichtung mit genügend Nachwuchs.

Wir blicken mit Freude auf weitere spannende, gemeinsame Jahre im Einsatz für eine starke AIM.

Redaktionelle ­Verantwortung:
Claudia Schade, SGAIM

Credits

Kopfbild: © Phildaint | Dreamstime.com

Korrespondenzadresse

Claudia Schade
Kommunikationsver­antwortliche und stellvertretende General­sekretärin Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere ­Medizin (SGAIM)
Monbijoustrasse 43
Postfach
CH-3001 Bern
claudia.schade[at]sgaim.ch

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