Editorial

Themenschwerpunkt

Palliative Care betrifft uns alle

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2021.10457
Veröffentlichung: 06.10.2021
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2021;21(10):307

Borer Jasmin, Hügli-Jost Sandra

Affiliations sind für diesen Artikel im PDF verfügbar.

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Am 9. Oktober 2021 ist der Welt Hospiz- und Palliative Care-Tag. Grund genug für uns, die Oktober-Ausgabe diesem relevanten Thema zu widmen.

Um für Betroffene zusätzliche Belastungen wie notfallmässige Ein­lieferungen ins Spital zu verhindern, hat der Kanton Bern einen Modellversuch gestartet, in dem sich ambulante und stationäre Ge­sundheits­dienst­leister:innen zu ­spezialisierten mobilen Palliativdiensten (MPD) zusammengeschlossen haben. Auf S. 319 stellt die Spitex Schweiz dieses Projekt vor.

In seinem Artikel zur Planung bei multimorbiden alten Menschen geht Dr. med. Roland Kunz unter anderem folgenden Fragen nach: Wie lange verfolgen wir ein «kuratives» Konzept gemäss krankheitsspezifischen Guidelines und wann ist der richtige Zeitpunkt, auf ein zunehmend palliatives Behandlungskonzept zu wechseln? Wie soll dieser Wechsel gestaltet werden und woran muss man denken? Hausärztinnen und Hausärzte spielen im Konzept Early Palliative Care eine wichtige Rolle.

Aber was passiert, wenn die Fähigkeit, Entscheide zu treffen, eingeschränkt oder nicht (mehr) vorhanden ist? Wer ist entscheidungsberechtigt, wenn die Patientenverfügung nicht ausreicht? In ihrem Beitrag geht die Rechtsanwältin und Notarin Christine Zemp Gsponer auf verschiedene Fragen zur Urteilsfähigkeit ein.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Themen Verlust, Trauer und Tod zu thematisieren. Dr. med. Marina Carobbio, Präsidentin palliative ch und Ständerätin, gibt auf S. 332 einen Überblick zur politischen Lage in der Schweiz im Thema Palliative Care und zeigt die Wichtigkeit von palliative ch auf.

Wie Hausärztinnen und Hausärzte nach dem Verlust eines Menschen mit den Angehörigen umgehen können, zeigt der Artikel von PD Dr. med. Klaus Bally, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Universitäres Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel, Kantonsspital Baselland. Er fokussiert dabei den Verlust und die Trauer von Angehörigen, weil es dafür kaum wissenschaftlich gestützte Empfehlungen und Richtlinien gibt und nur wenige Fortbildungsangebote.

Und schliesslich darf nicht vergessen werden, dass auch Kinder und Jugendliche von palliativen Situationen betroffen sind. Der Verein Mehr Leben, dessen Zweck es ist, ein generationenübergreifenden Palliativ- und Hospizzentrum in Basel zu realisieren, hat die Dringlichkeit eines solchen Zentrums erkannt und informiert in seinem Artikel darüber.

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre der verschiedenen Beiträge viel Vergnügen sowie spannende und neue Einblicke in ein Thema, das uns alle in verschiedenster Weise betrifft.

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