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«Einfach gesagt: ohne Teaching, kein Nachwuchs!»

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2021.20056
Veröffentlichung: 03.11.2021
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2021;21(11):353-353

Muntwyler Lea

Verantwortliche Kommunikation/Marketing SGAIM

Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin vergab in diesem Jahr den «SGAIM Teaching Award» an Dr. med. Christine Roten, MME, und Dr. med. Martin Perrig, MME. Sie haben sich sowohl im klinischen Teaching, aber auch akademisch mit der medizinischen Lehre auseinandergesetzt und machten zuletzt als Herausgeberin und Herausgeber des praxisorientierten Leitfadens «Die oberärztliche Tätigkeit – eine neue Herausforderung» von sich reden.

SGAIM Teaching Award 2021

Gerade in Zeiten des Nachwuchsmangels ist eine erfolgreiche Vermittlung von Wissen und Erfahrung sowie ein attraktives Weiterbildungsangebot für angehende Fachärztinnen und -ärzte wichtig. Dies basiert darauf, dass sich die entsprechenden Lehrpersonen mit Können, Freude und Ausdauer ihrer Aufgabe widmen. Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) möchte mit dem Teaching Award ein ausserordentliches Engagement in der Aus-, Weiter- und Fortbildung fördern und würdigen. So sollen auch andere erfahrene Kolleginnen und Kollegen angespornt werden.

Breites Engagement für den Nachwuchs

Dieses Jahr geht die Auszeichnung an Dr. med. Christine Roten, MME, und Dr. med. Martin Perrig, MME. Neben praxisorientierten und evidenzbasierten Teachings von Studierenden, Assistenz- sowie Oberärztinnen und -ärzten, haben Dr. Roten und Dr. Perrig das Berner Curriculum für AIM entwickelt, leiten den Journal Club und die Skills Trainings der Klinik. Als Herausgeberin und Herausgeber des praxisorientierten Leitfadens «Die oberärztliche Tätigkeit – eine neue Herausforderung» haben sie einen Beitrag dazu geleistet, künftige Oberärztinnen und -ärzte besser auf ihre Rolle vorzubereiten und bei der Ausübung der neuen Funktion zu unterstützen.

Bedeutsame Rolle der Vorbilder

Die SGAIM-Strategie 2020–2024 sieht vor, den Nachwuchs für die AIM zu gewinnen und auf dem Weg zum Facharzt bzw. zur Fachärztin Allgemeine Innere Medizin (AIM) zu fördern. Dabei spielen auch aktive Vorbilder eine Rolle. «Es ist enorm wichtig, dass sich Kaderärztinnen und -ärzte als Leader für die AIM einsetzen und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind. Der Nachwuchs soll ihre Freude und Leidenschaft für die AIM spüren können», sagen Dr. Roten und Dr. Perrig. «Einfach gesagt: ohne Teaching, kein Nachwuchs!».

Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Coronapandemie

Zu Beginn des Lockdowns wurden zahlreiche Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen abgesagt. Dies stellte Ärztinnen und Ärzte nicht zuletzt im Bereich der Aus- und Weiterbildung vor viele Herausforderungen. «Innovationen sind gefragt», sagen Dr. Roten und Dr. Perrig hierzu. «Etablierte Formate können mit etwas Kreativität angepasst werden: Anstelle der Fallvorstellung oder des Journal Clubs im Plenum kann eine Oberärztin oder ein Oberarzt diese unter Anleitung («Teach the Teacher») direkt in den eigenen Teams durchführen, was sehr motivierend ist für die Oberärzte und die Assistenzärztinnen». Neben Kreativität spielen gemäss Roten und Perrig auch digitale Technologien eine wichtige Rolle.

Dem Nachwuchsmangel vielseitig begegnen

Nicht nur in Hausarztpraxen, sondern auch im Spital macht sich der Mangel an Nachwuchsärztinnen und -ärzten in der AIM bemerkbar. Die SGAIM begegnet dieser Herausforderung mit mehreren Massnahmen, die durch die ständige Kommission für Nachwuchsförderung, dem Vorstand und der Geschäftsstelle ausgearbeitet und umgesetzt werden. Dazu gehören eine ­nationale Kampagne #MehrVielfaltGibtsNirgends, die Verleihung verschiedener Preise zur Förderung des Nachwuchses wie beispielsweise der SGAIM Teaching Award, und weitere Massnahmen.

Mehr Informationen zum Engagements der SGAIM zur Nachwuchsförderung finden Sie unter www.sgaim.ch/nachwuchs.

Lesen Sie das ausführliche Interview unter www.sgaim.ch/interview_ta21

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Lea Muntwyler, SGAIM

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