In eigener Sache

Gütesiegel

COPE-Mitgliedschaft für Primary and Hospital Care

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2022.10611
Veröffentlichung: 02.11.2022

EMH

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Das Primary and Hospital Care ist seit diesem Jahr Mitglied von COPE, dem «Committee on Publication Ethics». Anerkannt werden damit ein ethisch seriöser Umgang mit der Publikation wissenschaftlicher Inhalte und eine transparente Verlagspolitik.

Mit dem Aufstieg grosser Player in der Verlagsbranche, dem Aufkommen des Internets in den 1990er-Jahren, aber auch der anschliessenden Verbreitung des Open Access-Modells ist die Publikationslandschaft zunehmend unübersichtlich geworden. Es gibt immer mehr sogenannte «Predatory Publishers» – betrügerische Unternehmungen, die sich als seriöse Verlage ausgeben mit dem einzigen Ziel, Publikationsgebühren einzunehmen – und sie präsentieren sich immer professioneller. Entsprechend wichtiger werden Orientierungshilfen.

Die Organisation COPE entstand 1997 in Grossbritannien als zunächst informelles Treffen von Gleichgesinnten. Mike Farthing hatte in seinem ersten Jahr als Chefredaktor der Zeitschrift Gut vier Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens ausgemacht und sich gefragt, ob das normal sei. Inzwischen ist COPE angewachsen zu einer professionellen gemeinnützigen Institution mit über 12 500 Mitgliedern in 103 Ländern.

COPE schult und berät Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften sowie deren Verlage und andere Interessierte mit dem Ziel, ethische Praktiken fest in der Publikationskultur von wissenschaftlichen Inhalten zu verankern und somit die Qualität wissenschaftlicher

Publikationen zu verbessern. Mit seinen Dienstleistungen wie Guidelines, Flowcharts und Briefvorlagen, seinen Schulungsvideos und dem jährlichen Seminar sowie einem Diskussions- und Beratungsforum für seine Mitglieder ist COPE inzwischen die allseits anerkannte Referenz für Publikationsethik, insbesondere zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten.

Zeitschriften, die COPE-Mitglieder werden möchten, unterziehen sich umfangreichen Prüfungen. Sie erfüllen 16 Prinzipien der Transparenz, bei denen es im Wesentlichen darum geht, sämtliche relevanten Informationen, wie etwa zu ihrem Peer-Review-Verfahren, ihren ethischen Richtlinien, aber auch ihren Besitzerverhältnissen und Einkommensquellen auf der Website offenzulegen. Ausserdem verpflichten sie sich, die von COPE definierten Kernpraktiken einzuhalten, etwa zum Zeitschriftenmanagement, zum Peer-Review-Verfahren oder zum Umgang mit Beschwerden, bis hin zu Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Verstösse dagegen können geahndet, Mitglieder auch wieder ausgeschlossen werden.

Dadurch heben sich Zeitschriften, die COPE-Mitglieder sind, klar ab von unseriösen Publikationen. Die COPE-Mitgliedschaft wird für Autorinnen und Autoren sowie Lesende zu einer Art Gütesiegel; sie bietet Gewähr, dass gewisse Minimalstandards im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Qualität und Integrität eingehalten werden.

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