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Editorial

Ja – jetzt!

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2022.20114
Veröffentlichung: 09.02.2022
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2022;22(2):36-36

Luchsinger Philippe

Präsident mfe, Haus- und Kinderärzte Schweiz

Wir sind auf der Schlussgeraden. Von Covid? Nein, das leider nicht, aber wir sind im Endspurt für «Kinder ohne Tabak»! Und wir schaffen das, wir erreichen das Stimmenmehr und das Ständemehr.

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Mit eurer Hilfe!

Ein steiniger Weg liegt hinter uns; seit vielen Jahren kämpfen verantwortungsvolle Menschen dafür, dass eine der grössten Seuchen der Welt eingedämmt werden kann. Eine Seuche, die in der Schweiz im Jahr für 9500 Todesfälle verantwortlich ist, aber nicht nur ­dafür, sondern für sehr viel Leid und Leiden: Krebs­erkrankungen, Kreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen. Und wir wissen schon lange: Wer vor dem 18. Altersjahr beginnt, hat eigentlich schon verloren, denn die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie wieder vom Nikotin wegkommt, ist gering. Die Wissenschaft ist sich einig, die Fachleute – da gehört ihr alle, Kinderärzt:innen und Hausärzt:innen, dazu – haben es schon lange erkannt: Jede Massnahme, die uns hilft, die Menge der Rauchenden zu reduzieren, entlastet unser Gesundheitswesen und vor allem schützt sie Menschen.

Die Initiative hat zwei Teile: Der erste Teil ergänzt schon bestehende Artikel, in denen es um die Entwicklung der Jugend geht, um die Unterstützung in der gesundheitlichen Entwicklung. Eigentlich erstaunlich, dass neben der Entwicklung zu selbständigen und ­sozial verantwortlichen Personen mit Unterstützung in sozialem, politischem und kulturellem Kontext die Gesundheit bisher gefehlt hat. Und der zweite Teil hält fest, dass Werbung für Tabakprodukte nur dort erscheinen darf, wo Kinder und Jugendliche sie nicht ­sehen können.

Viele meinen, das sei jetzt schon so. Die Gegner unseres Anliegens sprechen von «pfefferscharfen» Einschränkungen im Tabakproduktegesetz, dabei haben gerade sie es verwässert. Mit allen Mitteln versuchen sie auch jetzt, unsere starken, wissenschaftlich fundierten Argumente zu verniedlichen, indem sie behaupten, Werbung wirke gar nicht so, die Kosten seien nicht ganz korrekt berechnet und schliesslich dürfe ja jede:r machen, was er oder sie wolle. Sie schrecken ­sogar nicht davor zurück, in Fernsehdiskussionen nachweislich falsche Aussagen zu machen!

Die Allianz der Unterstützenden ist breit, sehr breit: die Gesundheitsligen, Suchtorganisationen, alle Berufe des Gesundheitswesens, die Jugendverbände, die Lehrerverbände, Swiss Olympic und verschiedenste Parteien stehen hinter dieser Initiative. Sogar Organisationen, die sich sonst in solchen Belangen nicht zu Wort melden, empfehlen die Initiative zur Annahme, wie die EKSF (Eidgenössische Kommission für Suchtfragen) und die GDK.

Wir wollen am 13. Februar ein Fest feiern, mit Cervelats und Rüeblitorte! Ihr habt es in der Hand, eine wichtige gesundheitspolitische Abstimmung zu gewinnen. Aber dazu müssen wir alle nochmals die Ärmel hochkrempeln, unbedingt! Sprecht eure Umgebung an, eure Nachbarn, eure Bekannten, schreibt Leserbriefe in den lokalen Medien, äussert euch, wo ihr nur könnt. Ihr seid die Fachleute!

Unsere beiden Enkel, 2 und 5 Jahre alt, sind sehr neugierig, wie alle Kinder. Sie werden verschiedene Wege gehen, werden Versuchungen und Gefahren begegnen. Ich wünsche mir, dass sie von der Tabakwerbung verschont werden.

Ja zu «Kinder ohne Tabak»!

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Redaktionelle ­Verantwortung:

Sandra Hügli-Jost, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost

Kommunikations­beauftragte

mfe Haus- und Kinderärzte

Schweiz

Geschäftsstelle

Effingerstrasse 2

CH-3011 Bern

Sandra.Huegli[at]hausaerzteschweiz.ch

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