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smarter medicine

Nationale Kampagne für eine massvolle Medizin

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2022.20163
Veröffentlichung: 08.06.2022
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2022;22(6):163-164

Muntwyler Lea

Verantwortliche Kommunikation/Marketing, «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland»

«Weniger ist manchmal mehr» – mit dieser Botschaft wendet sich der Trägerverein «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» mit einer nationalen Kampa­gne an die breite Bevölkerung sowie Gesundheitsfachpersonen. Denn auch in der Schweiz gibt es eine Über- und Fehlversorgung in der Medizin. Was die SGAIM tut, um diese zu verhindern und wie unsere Mitglieder die nationale Kampagne unterstützen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Unnötige Vitamin D-Messungen, regelmässige Gesundheitschecks oder überflüssige Eisensubstitutionen: Es gibt Behandlungen und Tests, die für Patientinnen und Patienten keinen Mehrwert bieten oder bei asymptomatischen Personen nicht angezeigt sind. Der Trägerverein «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» möchte die medizinische Über- und Fehlversorgung in der Schweiz vermeiden und wird dabei tatkräftig von der SGAIM unterstützt – aktuell bei ­einer dreisprachigen, nationalen Kampagne. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen!

Nationale Kampagne

Die neue Kampagne möchte dem Anliegen des Schweizer Ablegers der internationalen «Choosing Wisely»-Bewegung neuen Schub verleihen: Auf den Sozialen Medien, im Internet, auf Messen, Screens im ÖV und mit kostenlosem Info- und Werbematerial richtet sich der gemeinnützige Verein primär an Patientinnen und Patienten. Diese werden ermutigt, sich auf ein medizinisches Gespräch vorzubereiten und beispielsweise Fragen zu den verschiedenen Behandlungsmöglich­keiten, den Vor- und Nachteilen der empfohlenen ­Behandlung und deren Wahrscheinlichkeit zu stellen. Daneben veröffentlicht der Trägerverein mehrsprachige Infografiken, Flyer und weitere Hilfsmittel für Pa­tientinnen und Patienten sowie Gesundheitsfachpersonen.

Viele Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen bereits die Empfehlungen. Die Kampagne möchte noch mehr Ärztinnen und Ärzte aus allen Fachbereichen gewinnen, um das Anliegen zu stärken. Auch nicht-ärztliche ­Gesundheitsfachpersonen sollen für die optimale ­Behandlungspraxis sensibilisiert werden. Unterstützen auch Sie die Kampagne und setzen Sie damit ein Zeichen für die optimale, nicht die maximale Medizin nach dem Motto «Weniger ist manchmal mehr».

Pionierin der Qualitätsförderung

In sogenannten Top-5-Listen sammelt der gemeinnützige Verein je fünf medizinische Massnahmen aus allen Fachbereichen und Gesundheitsberufen, die in der Regel unnötig sind. Inzwischen wurden rund 20 Top-5-Listen veröffentlicht. Dabei sind die Empfehlungen als Leitlinien zu verstehen, die eine gemeinsame Entscheidungsfindung der medizinischen Fachpersonen mit ihren Patientinnen und Patienten bzw. deren Angehörigen über das weitere Vorgehen bewirken soll. Die SGAIM gehört als Gründungsmitglied von smarter medicine zu den Pionieren in der medizinischen Qualitätsförderung. Das Projekt «Qualitätsindikatoren für den ambulanten und stationären Bereich» der SGAIM-Qualitätskommission unter Prof. Dr. med. et phil. ­Maria Wertli wurde kürzlich durch die Schweizerische Akademie für Qualität in der Medizin SAQM mit der «Innovation Qualité» für die Preiskategorie Ärzteorganisationen ausgezeichnet. Die SGAIM hat bereits drei Top-5-Listen unter smarter medicine veröffentlicht mit insgesamt zehn Empfehlungen für den ambulanten und fünf Empfehlungen für den stationären Bereich. Doch damit nicht genug: Eine Arbeitsgruppe hat erste Schritte unternommen, um eine vierte Liste auszuarbeiten.

Mehr Informationen unter www.smartermedicine.ch

Top-5-Listen

Die folgenden Fachbereiche und Gesundheitsberufe haben eine Top-5-Liste veröffentlicht:

Allgemeine Innere Medizin, ambulant

Allgemeine Innere Medizin, ambulant

Allgemeine Innere Medizin, stationär

Anästhesiologie und Reanimation

Chirurgie

Dermatologie und Venerologie

Gastroenterologie

Geriatrie

Gerontologische Pflege

Gynäkologie und Geburtshilfe

Infektiologie

Intensivmedizin

Nephrologie

Neurologie

Ophthalmologie

ORL, Hals- und Gesichtschirurgie

Pädiatrie

Radiologie

Radio-Onkologie

Rheumatologie

Zu allen Top-5-Listen: https://www.smartermedicine.ch/de/top-5-listen.html

Über smarter medicine

Der Trägerverein «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» ist im Juni 2017 gegründet worden. Neben der SGAIM und der SAMW sind auch der Schweizerische Verband der Berufs­organisationen im Gesundheitswesen (svbg), physioswiss, die Schweizerische Stiftung für Patientenschutz SPO sowie die ­Konsumentenorganisationen Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und die Associazione Consumatrici e Consumatori della Svizzera Italiana (acsi) als Mitglied dabei.

Der Trägerverein verfolgt folgende Ziele:

  • Öffentliche Diskussion über Behandlungsqualität (Fehl- und Überversorgung) fördern;
  • Patientinnen und Patienten sowie Versicherte für das Anliegen sensibilisieren und für den Dialog mit den Behandelnden befähigen;
  • Ausarbeitung und Publikation weiterer Top-5-Listen durch medizinische Fachgesellschaften und andere Organisationen fördern;
  • Unterstützung von Forschung im Bereich der Behandlungsqualität;
  • andere Gesundheitsberufe aktiv einbeziehen und interprofessionelle Ansätze in «Choosing Wisely» zur Diskussion bringen;
  • Behandlungsqualität als Teil der medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung etablieren und verankern.

Mehr Informationen zu «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» finden Sie ­unter dem Linkwww.smartermedicine.ch

So können Sie die Kampagne unterstützen

Damit die Zielgruppe erreicht und eine nachhaltige Wirkung erzielt werden kann, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Das können Sie tun:

  • Bestellen Sie bequem online via www.smartermedicine.ch kostenloses Info- und Werbematerial.
  • Legen Sie unsere Kartonsteller und Flyer in Ihrem Büro, Ihrer Praxis oder Ihrem Spital aus.
  • Publizieren Sie die Kampagnenelemente auf Ihren ­Social-Media-Kanälen.
  • Informieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Patientinnen und Patienten über die Kampagne und die Ziele von smarter medicine.
  • Folgen Sie smarter medicine als Organisation und privat auf Facebook, Twitter oder Instagram.
  • Teilen Sie unsere Social Media-Beiträge auf den Kanälen Ihrer Organisation.
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Mit einer nationalen Kampagne setzt sich «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» für eine hohe Qualität in der Medizin ein – zum Wohle der Patientinnen und Patienten, © smarter medicine.

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Redaktionelle ­Verantwortung:

Lea Muntwyler, SGAIM

Korrespondenzadresse

Lea Muntwyler

Verantwortliche ­Kommunikation/Marketing

Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere ­Medizin (SGAIM)

Monbijoustrasse 43

Postfach

CH-3001 Bern

lea.muntwyler[at]sgaim.ch

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