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Editorial

Die Bauern des Gesundheits­wesens

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2022.20188
Veröffentlichung: 03.08.2022
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2022;22(8):227-227

Luchsinger Philippe

Präsident mfe, Haus- und Kinderärzte Schweiz

Ist euch Markus Ritter ein Begriff? Sicher, der umtriebige Präsident des Bauernverbands, Mitte-Nationalrat aus St. Gallen, ist omnipräsent in den Medien, wenn es um agrarpolitische Fragen geht. Er steht hin, gibt seine Erklärung ab, im Namen aller Bauern, für alle Bauern. Und keiner muckt auf, wenn der Gemüsebauer einmal bevorzugt wird, wenn der Knospen-Bauer nicht die ­Reverenz erhält, die er sich vorgestellt hat, wenn der Bergbauer ein paar Franken mehr erhält. Die positionierenden Diskussionen werden intern erledigt. Punkt.

Kennt ihr Martin Rufer? Kaum, obwohl er als Direktor entscheidend an dieser Deutungsmacht des Bauernverbands beteiligt ist. Herr Rufer hat als Gast an der letzten Ärztekammer den Delegierten der FMH ­gezeigt, wie der Bauernverband organisiert ist. Mit 25 Kantonalsektionen und 60 Dach- und Fachorganisationen ist er ähnlich aufgestellt wie die FMH. Interessant dabei: Mitglieder sind nicht einzelne Bauern, sondern die Bauernfamilien! Spannend auch seine Einschätzung der FMH: Ein starker, präsenter Verband, von dem man aber nicht weiss, was er genau will.

Nun, wir von mfe wissen genau, was wir wollen, unsere Mission ist klar umschrieben und ist auch in der neuen Strategie festgehalten. Seit der Gründung 2009 sind die Grundziele die gleichen und werden an die Veränderungen im Laufe der Zeit angepasst. Das Ganze ergibt eine einzigartige Kontinuität, wir sind erkenn- und lesbar sowie zuverlässig. Das sind Eigenschaften, die im politischen «Geschäft» eher aussergewöhnlich sind und uns deshalb eine hohe Glaubwürdigkeit ­geben. Diese Position ist das Ergebnis jahrelanger ­Bemühungen in Politik und Kommunikation, nicht ­geschenkt, sondern erarbeitet!

Erfolge ziehen häufig neue Wünsche nach sich und stärken die Vorstellung, dass dies ja nicht so schwierig sein kann. Jeder Verband hat das Gefühl, seine spezifischen Bedürfnisse so «en passant» auch in die Politik einbringen zu können. Und genau hier zeigt uns der Bauernverband, dass dies ein Unding ist: Nur die geschlossene Haltung, das «zusammen hinter einem Ziel stehen» erlaubt es, den Politikerinnen und Politikern für sie nachvollziehbare klare Forderungen zu unterbreiten. Jede Differenzierung für Untergruppen, sei es direkt oder mit einer der unzähligen parlamentarischen Gruppen, überfordert die Politiker, verwässert die Ziele und vermindert die politische Schlagkraft. Das ist auch der Grund, warum sich mfe in seinen Aktionen eng mit der FMH abspricht.

Zu den Aufgaben der Vorstände und der Geschäftsstellen sowohl von der SGAIM wie von pädiatrie schweiz gehört es, ihre Mitglieder darüber zu informieren, wer – nicht nur laut Zusammenarbeitsvertrag – zuständig ist für die politische Arbeit: mfe! Eingedenk des ursprünglichen Zwecks der Gründung von mfe, nämlich mit einer Stimme zu sprechen: one voice. Die Bauern machen es uns vor!

Redaktionelle Verantwortung:

Sandra Hügli-Jost, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost

Kommunikations­beauftragte mfe

Haus- und KinderärzteSchweiz

Geschäftsstelle

Effingerstrasse 2

CH-3011 Bern

Sandra.Huegli[at]hausaerzteschweiz.ch

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