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Aktuelles

Ein Rück- und Ausblick zur Jahresmitte 2022

mfe – täglich im Einsatz für unsere Mitglieder

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2022.20190
Veröffentlichung: 03.08.2022
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2022;22(8):232-232

Hügli Sandra

Kommunikationsbeauftragte mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz

Der Jahresbeginn war intensiv, hätte aber kaum besser gelingen können. Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ­wurde am 13. Februar mit 56,6% der Stimmen und von 15 Ständen angenommen und ist somit erst die 25. Volksinitiative in der Geschichte der Schweiz, die angenommen wurde. Angesichts der Tatsache, dass 9 von 10 Volksinitiativen abgelehnt werden, ein sehr beachtlicher Erfolg. Eine breite Gesundheitsallianz, ­darunter mfe an vorderster Front, hat es geschafft, das Prinzip «Kinder ohne Tabak» in die Verfassung zu ­schreiben. Ein grosser Schritt für die Prävention und die Gesundheitsförderung in der Schweiz.

In die nachfolgende Freude über das (vorläufige) Ende der Pandemie, während welcher mfe um jeden einzelnen Franken Impfentschädigung kämpfen musste, ­zogen jedoch bald wieder Wolken auf. Die leidige Kostendiskussion mit den sogenannten Kostendämpfungspaketen ist ein Dauerbrenner. Neue Ideen von Gesetzen (Art. 47c im KVG), um Kostenziele einzuführen und irgendwie zu einer Wirkung zu bringen, verbunden aber mit viel Bürokratie, kursieren in Bundesbern.

Eine Mehrheit der Politikerinnen und Politiker will die Kosten dämpfen, seien die Wege dazu noch so abwegig oder die Effekte noch so schädlich. Aber auch das an und für sich erstrebenswerte Ziel der Kostensenkung heiligt nicht alle Mittel. mfe setzt sich deshalb dafür ein, dass Kostensenkungsmassnahmen mit schädlichen Effekten verhindert werden und die echten Problemlösungen im Vordergrund stehen. Die Stimmung gegenüber der Ärzteschaft ist nicht sehr positiv, auch wenn die Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte immer wieder explizit von allen Kostendämpfern separat, manchmal auch lobend, erwähnt werden.

Gleichzeitig wurde der TARDOC nach jahrelanger ­Arbeit nicht genehmigt. mfe hat gemeinsam mit der FMH und anderen Tarifpartnern klar Stellung bezogen und gegenüber Medien und der Öffentlichkeit festgehalten, dass dieser Entscheid absolut unverständlich ist und dass es unbefriedigend ist, mit einem veralteten und nicht sachgerechten Tarif weiterarbeiten zu müssen. Wir bleiben hier am Ball und werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Grundversorgung generell und unsere Arbeit zukünftig in einem eigenen ­Kapitel adäquat in einem neuen Tarif abgebildet ist.

Dass ein Wahljahr bevorsteht, zeigte sich bei den ersten Auswirkungen des neuen Zulassungsregimes und den Windfahnen, welche schon jetzt im Vorwahljahrlüftchen flattern. Weil ein paar Kantone bereits in den ersten Monaten ihre Zügel beim Medizinerimport a­ngezogen haben, wird jetzt offensichtlich, dass der Nachwuchs an allen Ecken und Enden fehlt. Und sofort sollen die berechtigten Forderungen nach minimalen Sprachkenntnissen und genügenden Systemkenntnissen, dank Weiterbildung in der Schweiz, über Bord geworfen werden – statt gemeinsam und intelligent die Übergangsphase zu meistern. mfe hat bei der GDK und dem BAG interveniert und vernünftige Lösungen sind nun spruchreif.

Im zweiten Halbjahr wird es flott weitergehen, die Politik ist ein schnell drehendes Karussell: die Medikamentenabgabe, die TARDOC-Wiedereingabe und die Gegenvorschläge zu den Initiativen der SP (Prämienverbilligung) und der Mitte/ex-CVP (Kostenbremse) stehen zur Debatte. mfe engagiert sich aktiv für die Grundversorgung – und dafür ist die Unterstützung der Mitglieder wertvoll, ja unabdingbar. Es lohnt sich, bei mfe dabei zu sein.

Redaktionelle ­Verantwortung:

Sandra Hügli-Jost, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost

Kommunikationsbeauftragte

mfe Haus- und Kinderärzte

Schweiz

Geschäftsstelle

Effingerstrasse 2

CH-3011 Bern

Sandra.Huegli[at]hausaerzteschweiz.ch

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