Editorial

Mitgliederbeiträge und Tarife hängen untrennbar zusammen

Geld und Geist ...

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2016.01427
Veröffentlichung: 22.11.2016
Prim Hosp Care (de). 2016;16(22):403

Marc Müller

Präsident mfe

SGAIM und mfe haben in den letzten Wochen für Verwirrung und teilweise für Ärger bei ihren Mitgliedern gesorgt. Dafür möchte ich mich bei Euch allen recht herzlich entschuldigen!

Nach dem Zusammenschluss von SGIM und SGAM zur SGAIM haben wir versucht, auf die neuen Gegebenheiten auszudehnen, was vorher, seit der Gründung unseres Berufsverbandes 2009, zwischen SGAM und mfe problemlos funktioniert hat: Wir haben in der Absicht, Ressourcen zu schonen, eine gemeinsame Mitgliederdatenbank erstellt und eine gemeinsame Mitgliederrechnung verschickt. Leider haben wir es unterlassen, einen erklärenden Begleitbrief beizulegen.

Dies hat zu teilweise heftigen Reaktionen von einigen Mitgliedern geführt, auf die auch unsere jeweiligen Geschäftsstellen nicht genügend vorbereitet waren.

Wir versuchen nun, die Missverständnisse aufzuklären und die Wogen zu glätten.

– Bei der Gründung des Berufsverbandes «mfe – Haus- und Kinderärzte Schweiz» haben SGAM und SGIM beschlossen, ihre in der ambulanten Praxis tätigen Mitglieder direkt in den neuen Verband überzuführen, und haben damals (2009/2010) ihre Mitglieder mehrmals darauf hingewiesen, dass sie selbstverständlich aus diesem neuen Verband austreten können, wenn sie dies wünschen. Glücklicherweise haben sich die allermeisten Mitglieder entschieden, sowohl in der Fachgesellschaft (verantwortlich für die Weiter- und Fortbildung sowie die Verwaltung des gemeinsamen Facharzttitels) als auch im Berufsverband (verantwortlich für Tarif­fragen und damit zum Beispiel für den Hausärztezuschlag bei jeder Konsultation) weiterhin mit­zumachen.

– Seit damals haben die Mitglieder der SGAM und von mfe eine gemeinsame Mitgliederrechnung pro Jahr erhalten, darin inbegriffen waren ausserdem auch die Rechnungen einiger regionaler Haus- und Kinderärzteverbände, z.B. der HKO oder des VBHK. Die ehemaligen SGIM-Mitglieder haben in dieser Zeit weiterhin getrennte Rechnungen erhalten. Dieses Vorgehen hat sieben Jahre lang problemlos funktioniert.

– Neu ist eigentlich nur, dass nun auch ehemaligen SGIM-Mitglieder, die bereits in den letzten sieben Jahren einen mfe-Mitgliederbeitrag bezahlt haben, eine gemeinsame Rechnung SGAIM/mfe erhalten haben.

– Ausserdem gibt es im Bereich der bisherigen SGIM-Freimitglieder eine Veränderung, welche die Betroffenen bitte direkt mit der SGAIM-Geschäftsstelle klären sollten.

Wie Ihr wisst, haben die Fachgesellschaften SGAIM und SGP die Tarifverhandlungen an den Berufsverband mfe übertragen. Nach der Ablehnung des revidierten Tarmed im Frühjahr laufen derzeit die Tarifverhandlungen innerhalb der FMH auf Hochtouren: Die Ärzteschaft versucht, zunächst intern einen gemeinsamen Nenner für einen revidierten Tarif zu finden, bevor sie wieder in Verhandlungen mit den Tarifpartnern tritt. Dieser Entscheid der Ärzteschaft hat für viel Nervosität bei den Versicherern und der Politik gesorgt; über das Vorpreschen von Santésuisse (Pauschaltarif mit den Augenärzten) und curafutura (einseitige Korrekturvorschläge am bisherigen Tarif) habt Ihr gelesen. In dieser Ausgabe von Primary and Hospital Care findet Ihr einen ausführlicheren Artikel zu diesem Thema.

Gerade jetzt ist es deshalb absolut unabdingbar, dass wir stark und einig auftreten! Dazu brauchen wir eine maximale Repräsentanz! Wir brauchen Euch als Mitglieder in der Fachgesellschaft, um auch in Zukunft ­genügend Haus- und Kinderärzte weiterzubilden, aber auch als Mitglieder des Berufsverbandes mfe, um für die Arbeitsbedingungen der Zukunft und einen angemessenen Tarif zu sorgen!

Wir brauchen für eine starke Grundversorger-Körperschaft beide Arme, den fachlichen und den gewerkschaftlichen; «Geld und Geist», um Jeremias Gotthelf zu zitieren.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Marc Müller
Ärztegemeinschaft
Joderlicka
CH-3818 Grindelwald
marc.mueller[at]hin.ch

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