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SGAIM Teaching Award 2017

Auszeichnung für Daniel Oertle, Matteo Monti und David Gachoud

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2017.01643
Veröffentlichung: 27.09.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(18):341-342

Simon Grossenbacher

Assistent Geschäftsführung SGAIM

Eine erfolgreiche Vermittlung der Lehre und ein attraktives Weiterbildungsangebot für Studierende basiert darauf, dass sich die entsprechenden ­Lehrpersonen mit Können, Freude und Ausdauer ihrer Aufgabe widmen. Ausgezeichnete Lehrerinnen und Lehrer sind ein wichtiger Faktor der Nachwuchsförderung in der Allgemeinen Inneren Medizin. Aus diesem Grund hat die SGAIM an ihrem Herbstkongress in Bern erstmals «Teaching Awards» verliehen. Die Preise gingen an den Zürcher Hausarzt Daniel Oertle und an das Duo Matteo Monti und David Gachoud vom Universitätsspital Lausanne. In den folgenden Kurzporträts sollen ihre Verdienste gewürdigt werden.

Dr. Daniel Oertle

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Foto: © Praxis Dennlerstrasse.

Seit 22 Jahren betreibt der Preisträger eine Arztpraxis in Zürich an der Dennlerstrasse in unmittelbarer Nähe des Letzigrundstadions. Die Doppelpraxis zusammen mit Dr. Bruno Maggi ist eine im Quartier gut verankerte und auf den ersten Blick ganz normale Hausarztpraxis. Aussergewöhnlich ist aber das breite diagnostische und therapeutische Angebot, das von Manueller Medizin über Röntgen bis zu kleinchirurgischen Eingriffen reicht. Beim Blick aufs Curriculum springt vor allem Daniel Oertles Engagement in Sachen Infektiologie ins Auge: Als langjähriger externer Mitarbeiter bei der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie SHCS und als ehemaliges Mitglied der Ausserparlamentarischen Kommission für AIDS-Fragen bearbeitet er seit vielen Jahren dieses Themenfeld.

Die Praxis im Kreis 9 ist ein Ort des Lernens – diese Tatsache lässt sich leicht anhand von Zahlen ableiten: Bereits 49 Assistent/-innen sammelten wertvolle Erfahrungen in der Hausarztmedizin und mittlerweile 26 Studierende profitierten vom Teaching im Rahmen ­einer Unterassistenz. Und es kommen laufend Studierende im dritten Ausbildungsjahr hinzu, denen Daniel Oertle erste Einblicke in die Hausarzttätigkeit verschafft. Die Ausbildungstätigkeit erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Kollegium für Hausarztmedizin und dem Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich.

Stimulierend für den Lernprozess sind sicherlich das kommunikative Talent des dreifachen Vaters und die Atmosphäre in der Praxis, in der sich das ganze Team im Laufe der Zeit voll und ganz auf die Ausbildungsaufgaben eingestellt hat. Besonders schätzt Daniel Oertle die Situationen, in denen Assistenzärzte, Studierende, UHUs und Medizinische Praxisassistentinnen in Ausbildung einen Lerncluster bilden und sich gegenseitig Wissen und Fertigkeiten weitergeben.

Die Auszeichnung der Jury gilt insbesondere der äusserst erfolgreichen und beispielhaften Lehrtätigkeit in einer Hausarztpraxis. Die Ehrung von Daniel Oertle soll auch als Aufmunterung und Ansporn für alle Kolleginnen und Kollegen in der Praxis dienen.

Dr. Matteo Monti und Dr. David Gachoud

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Die beiden Preisträger Matteo Monti (links) und David Gachoud (rechts). Foto: © SAM-CHUV Heïdi Diaz.

Die beiden Preisträger engagieren sich mit grossem Ehrgeiz und beispielhafter Professionalität für die Entwicklung, Koordination und Verbesserung der Ausbildung, sowohl in der Abteilung für Innere Medizin als auch für in der Fakultät für Biologie und Medizin. Ihr Engagement umfasst alle Bereiche der Aus-, Weiter- und Fortbildung. Ihre Kompetenzen fliessen in viele Projekte ein, nicht nur auf lokaler, sondern auch auf nationaler Ebene.

Ob es sich um Lehrtätigkeiten in der Klinik, Kurse im Hörsaal oder in kleinen Gruppen handelt, die beiden Kollegen widmen jeweils mehr als 200 Stunden jährlich der medizinischen Ausbildung. Sie kümmern sich auch um die Koordination von Praktika für Medizinstudierende im klinischen Bereich. Was Evaluierungen anbelangt, gelten sie sowohl auf lokaler als auch nationaler Ebene als Referenz für «Arbeitsplatz-basierte Assessments (Mini-CEX/DOPS)»; sie haben mehrere Spitalabteilungen der Westschweiz bei der Einführung dieser Art von Evaluierung gecoacht und unterstützt.

Die Ärzte Dr. Monti und Dr. Gachoud engagieren sich auch sehr für die pädagogische Verbesserung und Innovation. Besonders hingewiesen sei auf die Entwicklung neuer Unterrichtsformate in kleinen Gruppen von Medizinstudierenden sowie auf die Schaffung eines neuen Weiterbildungsgangs für Innere Medizin, der die Entwicklung eines Lernprogramms mittels ­E-Learning sowie «academic half-days» umfasst. In ­diesem Programm wurden Simulationstrainings mit Puppen oder Darstellern durchgeführt. Dr. Monti hat sich sehr für den Unterricht invasiver Eingriffe, der Implantation sowie der Ultraschallmedizin am Patientenbett eingesetzt. Was Dr. Gachoud anbelangt, hat er sich ganz und gar der berufsübergreifenden Ausbildung ­gewidmet. Er hat mehrere spezifische Ausbildungs­programme eingeführt, darunter auch die «Journées interprofessionnelles», die jedes Jahr von mehr als 500 Student/-innen besucht werden.

Mit Kolleg/-innen aus Genf und Bern haben sie die «Swiss lnterest Group for Teaching Medicine» gegründet, die seit 2012 anlässlich des Frühjahrskongresses der SGAIM «Teach the Teachers»-Workshops veranstaltet.

Zwei ausführlichere Interviews mit den Preisträgern wurden auf den Websites des Primary and Hospital Care und der SGAIM publiziert.

www.primary-hospital-care.ch/online-magazine/list/

www.sgaim.ch/teachingaward (hier finden Sie auch Informationen zur Ausschreibung)

Redaktionelle
Verantwortung:
Bernadette Häfliger, SGAIM

Korrespondenzadresse

Bruno Schmucki
Kommunikation, SGAIM, Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere ­Medizin
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bruno.schmucki[at]sgaim.ch

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