Editorial

Ein Jahr SGAIM – eine erste Bilanz

Der König ist tot – es lebe der König!

Jean-Michel Gaspoz, François Héritier

DOI: 10.4414/phc-d.2017.01461
Veröffentlichung: 11.01.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(01):4

Von einem historischen Moment für die Allgemeine Innere Medizin wurde anlässlich der Gründungsversammlung der SGAIM (Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin) zur grössten medizinischen Fachgesellschaft der Schweiz am 17. Dezember 2015 gesprochen. Die Erwartungen in diese Fusion ­waren ebenso hoch wie die Befürchtungen, dass sich Spital­internisten und Hausärztinnen in der neuen ­Organisation heillos zerstreiten würden.

Unter dem Motto «Die Zukunft ist immer ein Wagnis» wurden die anstehenden Herausforderungen von Anfang an beherzt angenommen. Eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren war, dass die Organe und Kommissionen der neuen Fachgesellschaft möglichst rasch besetzt werden konnten. Die Wahl der ­verschiedenen Vertretungen in der neu geschaffenen Delegiertenversammlung (DV) war in der ersten Hälfte des Jahres deshalb eine wichtige Aufgabe.

Vor allem über die inhaltliche Arbeit, die in den verschiedenen ständigen Kommissionen und im Vorstand der SGAIM von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt worden ist, konnte bereits im ersten Jahr eine neue SGAIM-Kultur etabliert werden. Ein eindrück­liches Beispiel dazu lieferte die erste Delegiertenversammlung der SGAIM im September 2016, an der in gemischten Arbeitsgruppen intensiv über die Nachwuchsförderung in der Allgemeinen Inneren Medizin reflektiert und diskutiert worden ist. Gerade der gegenseitige Austausch zwischen ambulant und stationär tätigen Ärztinnen und Ärzten wurde dabei als besonders positives Element bewertet. Die SGAIM erweitert in diesem Sinne den Horizont und lässt Raum, neue Lösungen zu denken. Dieser Mehrwert der Fusion soll im neuen Jahr noch ausgebaut und allen Mitgliedern zugänglich gemacht werden.

Jede Fusion birgt die Gefahr des Mitgliederrückgangs. Bei der SGAIM hat sich diese Befürchtung glücklicherweise als unbegründet erwiesen. Trotz umfassender Bereinigung der Mitgliederdaten konnte der Bestand der aktiven Mitglieder im ersten Jahr nach der Fusion sogar leicht erhöht werden. Dies vor allem, weil die SGAIM von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf die Mitgliederwerbung gelegt hat. Mit einem aktualisierten Webauftritt, einer neuen Mitgliederbroschüre aber auch einer engeren Zusammenarbeit mit den Jungärzteorganisationen (Junge Hausärztinnen und -ärzte Schweiz JHaS, Swiss Young Internists SYI) konnten vor allem auch jüngere Ärztinnen und Ärzte als Mitglieder gewonnen werden.

Inhaltliche Schwerpunkte des ersten SGAIM-Jahres bildete einerseits die Verabschiedung des neuen Berufsbildes AIM (Allgemeine Innere Medizin) und ande­rerseits die Fortsetzung der Kampagne «Smarter Medicine» . Das Berufsbild bildet denn auch die Grundlage für das an der DV beschlossene Nachwuchsförderungsprojekt, das den strategischen Schwerpunkt im Jahr 2017 bildet. Mit der Publikation der neuen Top-Five-Liste unnötiger Behandlungen im stationären Bereich vermochte sich die SGAIM einer breiten Öffentlichkeit gegenüber als kompetente Fachgesellschaft in der medizinischen Grundversorgung zu positionieren. Das Medienecho war entsprechend gross.

Operativ wurde viel in die Verbesserung der verschiedenen Prozesse investiert, vor allem, um die SGAIM als moderne, kompetente und kundenorientierte Dienstleisterin gegenüber ihren Mitgliedern und Kunden zu stärken. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen aber auf gutem Weg. Mit der Neukonzeptionierung der SGAIM-Kongresse, die zukünftig alle von der Geschäftsstelle organisiert werden, können wir auch 2017 wiederum hochstehende Fortbildungsveranstaltungen und ideale Vernetzungsmöglichkeiten anbieten.

Für das erste Jahr SGAIM kann also eine durchwegs positive Bilanz gezogen werden. Wir freuen uns, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit Ihnen allen weiterzugehen.

Jean-Michel Gaspoz, François Héritier

Präsidium SGAIM

Korrespondenz:
Bruno Schmucki
Kommunikation, SGAIM, Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine
Innere Medizin
Monbijoustrasse 43
Postfach
CH-3001 Bern
bruno.schmucki[at]sgaim.ch