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Interview mit dem Co-Präsidenten des SGAIM-Herbstkongresses 2017 Andreas Zeller

«Der Mix des neuen Kongresses ist sehr attraktiv»

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2017.01618
Veröffentlichung: 26.07.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(14):264-265

Interview: Bruno Schmucki

Verantwortlicher Bereich Administration und Kommunikation der SGAIM

Am 14./15. September findet in Bern erstmals der Herbstkongress der SGAIM statt. Im folgenden Interview erklärt Andreas Zeller, Co-Präsident des wissenschaft­lichen Komitees, die thematische Spannweite des Kongress-Mottos, weist auf Programm-Highlights hin und plädiert für Bewegung und Begegnung auf allen Ebenen.

Der erste Herbstkongress der SGAIM wird unter dem Motto «Medicine in e-Motion» durchgeführt. Welche Themenfelder deckt dieses Wortspiel ab, und wo möchte das Kongresskomitee spezielle Akzente setzen?

Prof. Dr. Andreas Zeller präsidiert ­zusammen mit Dr. François Héritier das wissenschaftliche Komitee des SGAIM-Herbstkongresses 2017 in Bern. Andreas Zeller ist Leiter des Universitären Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel (uniham-bb).

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Andreas Zeller: Wenn wir den Begriff «Motion» – also Bewegung – hören oder sehen, assoziieren wir ihn vielleicht zuerst mit kardiovaskulärer Prävention. Dann denkt man vielleicht noch an Sportmedizin. Bewegung ist aber viel mehr: Flüchtlinge aus Syrien und ­Afrika kommen mir in den Sinn; Flucht als Bewegung von Millionen von Menschen unter extrem gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Bewegend im übertragenen Sinn können aber auch Begegnungen mit Menschen sein, die von uns über das Vorliegen einer schweren Erkrankung informiert werden müssen. Oder aber die Situationen, in denen sie von uns gute Nachrichten erhalten. In Klinik und Praxis bewegt sich zudem einiges: E-Health wird für uns alle zu einer gros­sen Aufgabe und die e-Motionen (sic!) gehen hoch mit noch nicht absehbaren Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ziel. Schliesslich möchten wir uns nicht nur im Kreis drehen. Auch das, was sich um uns herum bewegt, wird Inhalt des Kongresses sein: So werden wir uns mit optischen Halluzinationen und ganz praktisch mit den Lagerungsmanövern beim benignen Lage­änderungsschwindel auseinandersetzen.

Am Herbstkongress werden rund 60 Vorträge, Workshops und sogenannte Skill-Labs angeboten. Auf welchen Beitrag sind Sie besonders gespannt? Und welche Veranstaltungen würden Sie empfehlen, unbedingt zu besuchen?

Ich bin überzeugt, alle Referent/-innen bereiten sich seriös vor und versuchen, so praxisnahe Informationen wie möglich zu präsentieren. Etwas herauszuheben ist deshalb immer schwierig und wird dem Engagement aller Beteiligten nicht gerecht. Ich denke, es ist uns aber gelungen, die Key-Note-Lectures mit sehr ­interessanten und spannenden Leuten zu besetzen. Ich persönlich finde zudem die Workshops immer sehr wertvoll für die tägliche Arbeit mit den Patientinnen und Patienten. In den kleinen Gruppen hat man die Möglichkeit zur Diskussion und Interaktion. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Der SGAIM-Herbstkongress wird dieses Jahr erstmals durchgeführt. Er löst die «Swiss Family Docs Conference» und den «Great Update» ab. Welche Elemente der bisherigen Veranstaltungen werden die Besucherinnen und Besucher wiederfinden und was wird am Kongress in Bern neu sein?

Ich glaube das Verb «ablösen» ist nicht ganz richtig. Es ist eher ein «Zusammenführen» analog der Heirat der SGAM und der SGIM zur SGAIM. Der neue Kongress ist die logische Folge dieser Fusion. Es ist unser Ziel, die Inhalte der beiden Vorgänger-Veranstaltungen optimal für die Praxis und die Klinik aufzubereiten und so eine gute Mischung anzubieten. Ein wichtiges Element ist auch, die Inhalte so zu präsentieren, dass das Gelernte oder Erfahrene schon am nächsten Tag während der Arbeit an den Patientinnen und Patienten angewendet werden kann. Ich denke, der neue Mix ist für die Teilnehmenden sehr attraktiv. Es wird für jede/n Kongressbesucher/-in etwas dabei haben. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass die jüngeren Allgemein-internist/-innen zum Zug kommen. Sie haben eigene Workshop-Slots. So leisten wir auch einen Beitrag, die junge Generation zu fördern und für unser Fach zu ­begeistern.

«Bewegung» ist am Herbstkongress ein grosses Thema. Am Freitagmorgen gibt es sogar einen eigenen Kongresslauf. Werden Sie selbst da ­mitlaufen?

Ja, natürlich! Der Lauf findet zwar früh am Morgen um 6:45 Uhr statt, er ist aber dafür nicht so lang (2,5 Kilometer). Das ist eine Distanz, die jede und jeder schafft. Profi-Jogger können auch zwei Runden absolvieren. Ich war letztes Jahr am Wonca-Kongress in Kopenhagen. Da fand auch ein Lauf statt und es herrschte eine sehr ­lockere und entspannte Atmosphäre. Man kommt ­zudem mit anderen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch – vor allem nach dem Lauf. Joggen passt perfekt zum Kongressmotto und macht schlichtweg Spass. Vielleicht wird eine solche Aktivität während den SGAIM-Kongressen zur Tradition. Übrigens: Alle, die am Lauf teilnehmen und ihn beenden, erhalten ein kleines Geschenk.

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Premiere am Herbstkongress: Teilnehmer/-innen starten mit einem Morgenlauf gemeinsam in den Tag und setzen das Kongress-Motto in die Tat um.
Foto: © stockbroker | 123RF.

Kommen wir noch kurz zum gemütlichen Teil des Kongresses. Am Donnerstagabend steht ein «Gesellschaftsabend» auf dem Programm. Was erwartet da die Gäste?

Ich glaube, das «Bierhübeli» mit seiner langen Tradition für gemütliche Festivitäten und Kulturevents ist ein idealer Ort für den Abend. Ich möchte, dass die Teilnehmenden sich in lockerer, entspannter und ­angenehmer Umgebung ungezwungen austauschen ­können. Der Abend bietet viel Platz für wertvolle und ­bereichernde fachliche aber auch persönliche Gespräche – verbunden mit einem guten Glas Wein, einem kühlen Bier und einem kulinarischen Happen. Direkte Begegnung statt elektronische Kommunikation per E-Mail, WhatsApp oder Skype.

Kongress-Informationen

Sämtliche Informationen zum Programm und zur Organisation des 1. Herbstkongresses der SGAIM am 14./15. September 2017 in Bern (Bernexpo) findet man unter http://veranstaltungen.sgaim.ch. Dort kann man sich online für alle Veranstaltungen ­inklusive den erstmalig durchgeführten Kongresslauf «Ready!Steady!Go!» anmelden. SGAIM-Mitglieder profitieren von ermässigten Kongressgebühren.

Redaktionelle
Verantwortung:
Bernadette Häfliger, SGAIM

Korrespondenzadresse

Bruno Schmucki
Kommunikation, SGAIM, Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere ­Medizin
Monbijoustrasse 43
Postfach
CH-3001 Bern
bruno.schmucki[at]sgaim.ch

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