Offizielle Mitteilungen

Jahresrückblick JHaS

Voll auf Kurs

Manuel Schaub

DOI: https://doi.emh.ch/10.4414/phc-d.2017.01680
Veröffentlichung: 06.12.2017
Prim Hosp Care (de). 2017;17(23):442

Ich wurde gebeten, aus der flotten Feder einen Jahresrückblick zu zaubern, «einfach so, halt zusammen­fassen, was so passiert ist». Alleine bei dem Gedanken daran habe ich ein ungutes Gefühl bekommen, und unweigerlich ist mir Mani Matters «Bim Coiffeur» in den Sinn gekommen. Die Eine oder der Andere erinnert sich vielleicht an die Passage, in welcher der Barde bemerkt, dass er sich in den gegenüberliegenden Spiegeln des Friseursalons hundertfach gespiegelt wiedererkennt und ob dieser multiplen Selbstbetrachtung von einem «metaphysischen Gruseln» gepackt wird. Liebe Leserinnen und Leser: Ein metaphysisches Gruseln ist noch der harmloseste Ausdruck, den ich bezüglich ­eines Jahresrückblicks eines Vereines assoziere. Grundsätzlich gefällt mir ja, was ich bei den Jungen Hausärztinnen und -ärzte Schweiz (JHaS) sehe, und auch eine Vervielfachung oder ein Rückblick schreckt mich nicht, sondern begeistert. Aber ich verbinde einen Jahresrückblick grundsätzlich etwa mit der Generalversammlung des Kleingärtnervereins Dortmund Ost (bei der ich aus hier nicht weiter auszuführender Verknüpfung mehrerer lustiger Zufälle tatsächlich mal beigewohnt habe), einem Anlass, an dem als Höhepunkt dem jahrelangen ehrenamt­lichen Revisor ein geschnitzter Holzteller für die geleistete Arbeit überreicht wird. Vereinsjahresrück­blicke liest man nicht, man erduldet sie für gewöhnlich aus Loyalität. Wie ich mir aber habe sagen lassen, gehört der geschnitzte Holzteller aber ebenso zu einem anständigen Verein wie ein Jahresrückblick, entsprechend wollen wir dem nun Nachkommen, unabhängig von meinen Assoziationen.

Erfolgreiche regionale Stammtische

Glücklicherweise ist es bei den JHaS kein krampfhaftes suchen nach Ereignissen, die beschrieben werden ­können, es ist mehr eine Selektion. Dem Kerngeschäft der JHaS, der Vernetzung frischer und angehender Hausärzt/-innen, sind wir nachgekommen, und unseren Enthusiasmus verbreiten wir, wo wir können. Auch wenn Orange als Modefarbe berechtigterweise ­umstritten ist, ist immer etwas Genugtuung dabei, wenn wieder auf einem Foto eines internistischen Kongressrück­blickes eines unserer T-Shirts zu sehen ist; wir konnten unsere Präsenz gut ausbauen und sind an den meisten grösseren Kongressen mit eigenem Stand vor Ort gewesen.

Die regionalen Stammtische schiessen wie Pilze aus dem Boden und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Sicherlich ganz besonders schön ist der Umstand, dass nicht nur die Mitgliederzahl ständig steigt (am diesjährigen JHaS-Kongress wurde die 700er-Marke geknackt), sondern wir insbesondere auch in der Romandie zulegen konnten.

Neuer Politik-Thinktank

Bei den jungen Hausärztinnen und Hausärzten zeigen sich immer wieder und immer mehr engagierte Menschen, die sich mit Herzblut für unsere Anliegen einbringen. Diesbezüglich ist sicher unser neu gestarteter Politik-Thinktank zu erwähnen, der uns die Möglichkeit geben wird, auf aktuelle politische Fragen zu reagieren. Mit Namen und Verdankungen zu beginnen wäre nicht fair, erstens würde die Liste zu lang, und zweitens würde ich sicherlich jemandem Unrecht tun. Allen, die sich in irgendeiner Form hier angesprochen fühlen, nochmals meinen herzlichsten, ehrlichen Dank für den Einsatz, es macht Freude mit Euch. Geschnitzte Holzteller gibt es auf Anfrage.

Ein kritischer Moment in einer Vereinsgeschichte ist sicherlich immer der, wenn die Gründergeneration sich allmählich aus dem Vorstand zurückzieht und es darum geht, die initiale Energie aufrechtzuerhalten, eine Weiterentwicklung voranzutreiben. Es ist uns ­jedoch glücklicherweise anlässlich der diesjährigen Generalversammlung gelungen, den Vorstand zu ergänzen und zu verjüngen (inzwischen wurde bei Pro Juventute der Antrag auf Übernahme der Reisespesen des Vorstandes gestellt). Zu viel Eigenlob soll man sich nicht zuhalten. Dass der Kurs auch im vergangenen Jahr gehalten wurde, zeigt sich aber auch in der Tatsache, dass die Zusammen­arbeit mit Partnerorganisationen wie insbesondere mfe oder der SGAIM nach wie vor sehr schön funktioniert.

Liebe Leserinnen und Leser: Es läuft im Moment ziemlich gut, wir ruhen uns nicht auf den Lorbeeren aus und stecken uns ständig neue, noch höhere Ziele. Bei spezifischen Fragen empfiehlt sich, einfach mal an ­einem unserer Anlässe vorbeizukommen und sich ­anstelle eines Rück- viel lieber vom Ausblick auf die nächste Generation Hausärztinnen und Hausärzte überzeugen zu lassen.

Redaktionelle
Verantwortung:
Manuel Schaub, JHaS

Manuel Schaub

Vizepräsident Junge Hausärztinnen und -ärzte Schweiz JHaS

Kopfbild: © Remusgruber | Dreamstime

Korrespondenz:
Manuel Schaub
Vizepräsident JHaS
Sägemattstrasse 72
CH-3098 Köniz
manuel.schaub[at]hin.ch