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Früherkennung von Darmkrebs

März 2018: Monat des Kolon­karzinoms, Monat der Inter­professionalität Arzt–Apotheker?

Brigitte Zirbs Savigny

DOI: https://doi.emh.ch/10.4414/phc-d.2018.01709
Veröffentlichung: 07.02.2018
Prim Hosp Care (de). 2018;18(03):42

Wie bereits 2016 bieten die pharmaSuisse-Apotheken ihren Kunden auch in diesem Jahr eine Beratung zur Darmkrebsvorsorge an. Wir wurden erneut eingeladen, uns an dieser Kampagne zu beteiligen, sowohl im wissenschaftlichen Kommitee als auch in Kommunikationsfragen. Hand in Hand mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von pharmaSuisse haben wir eine Kampagne ausgearbeitet, welche die Kriterien eines interprofessionellen Projekts nach allen Regeln der Kunst erfüllt.

Dieser zweite Probelauf einer Zusammenarbeit zwischen den Leitungsgremien von PharmaSuisse und mfe war von einem freundschaftlichen Klima geprägt. Vor dem Start der Kampagne fanden mehrere «Gipfeltreffen» statt, bei denen die näheren Umstände definiert werden sollten, die unseren Austausch und ­unsere Interaktion künftig prägen würden, sozusagen der Farbton unserer Beziehungen. Die Zeichen stehen nicht mehr auf Rot! Wir gehen respektvoll miteinander um, auch wenn manchmal der eine oder andere kurz in die alten Stereotypen verfällt. Die Apothekerinnen und Apotheker, die 2016 eine Weiterbildung durchliefen, werden ihre Kommunikationsfähigkeiten ebenso auffrischen wie ihr Wissen zum Thema Darmkrebs.

Das zentrale Anliegen der Darmkrebsvorsorge-Kampagne 2018 ist, die Kontinuität der Versorgungskette sicherzustellen. Unsere Bemühungen sind auf den Weg des Kunden ausgerichtet (der grundsätzlich noch kein Patient ist). Die Apothekerkampagne fokussiert auf Menschen, die keine Hausärztin haben, oder die den Test in der Apotheke bevorzugen. Gegebenenfalls sollte jeder Kunde rasch von einem Hausarzt untersucht ­werden können. Etwa, falls er ein mittleres oder hohes Darmkrebsrisiko aufweist oder der in der Apotheke durchgeführte Test, dessen Ergebnis der Apotheker der Kundin mitteilt, positiv auf okkultes Blut ist. Unser Ziel muss sein, Ängste abzubauen und jedem Betroffenen dank einer lückenlosen Zusammenarbeit umgehend einen Termin bei einer Hausärztin zuzusichern. Voraussetzung dafür ist eine aktive Kommunikation zwischen Apotheker und den Hausärzten der Umgebung.

Wir zählen auf unsere Mitglieder, diesbezügliche Anfragen von nahe gelegenen Apotheken positiv zu beantworten. Klären Sie mit der Apothekerin bzw. dem Apotheker in einem kurzen Gespräch, unter welchen Umständen Sie einige Patienten eingehender untersuchen könnten. Es wird sich höchstens um fünf oder sechs Patienten handeln, bei denen eine Koloskopie vorbereitet und organsiert werden muss.

Neuheit in diesem Jahr: Die Hausärzte können sich den Stuhltest OC-Sensor beschaffen, dessen Zuverlässigkeit sich seit Langem bewährt hat. Zudem wird allen mfe-Mitgliedern im nächsten Membermail ein Praxis­plakat zur Verfügung gestellt. Sie können dieses ausdrucken und in Ihrem Wartezimmer aufhängen. Die Hausärzte werden also in der Lage sein, ihren Patienten den gleichen Test anzubieten wie die Apotheker. Über die Mail-Adresse d.vuagniaux[at]lasource.ch können Sie ein Testset einschliesslich Gebrauchsanweisung und frankiertem Retourkuvert gratis bestellen. Das Labor der Clinique de La Source in Lausanne führt die Analyse durch, die dem Patienten in Rechnung gestellt wird; das Ergebnis wird an Sie übermittelt.

Diese Kampagne scheint uns perfekt dafür geeignet, eine Synergie mit den Apothekerinnen und Apothekern zu entwickeln. Dabei wird uns keine Leistung ­entzogen, sondern wir hoffen, Kunden ansprechen zu können, die keine Hausärztin haben. Gemeinsam schaffen wir es, eine Präventionskampagne umzusetzen, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt!

Redaktionelle
Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

Brigitte Zirbs Savigny

Vorstandsmitglied mfe

Kopfbild: © Sergey Ilin | Dreamstime.com

Korrespondenz:
Sandra Hügli-Jost
Kommunikations­beauftragte mf Haus- und Kinderärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
Sandra.Huegli[at]hausaerzteschweiz.ch