Editorial

Wir müssen erfahren, wo der Schuh drückt

Stell dir vor, es ist GV – und ­keiner geht hin

Philippe Luchsinger

DOI : https://doi.org/10.4414/phc-d.2018.01781
Veröffentlichung : 13.06.2018
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2018;18(11):187

Schweizerische Vereine und Verbände haben so ihre ­Eigenheiten. In den jeweiligen Statuten wird festgehalten, welche Instanz was zu sagen hat, und welche wie was entscheidet, und ob der Entscheid dann noch geändert werden kann. Klingt kompliziert? Ist es für die meisten von uns auch. Und doch funktionieren diese Verbände, und sie funktionieren gut, ob es die «Chüngelizüchter» sind, oder eben die Haus- und Kinderärzte, wir von mfe.

Auch in unseren Statuten (http://www.hausaerzteschweiz.ch/fileadmin/user_upload/hausaerzteschweiz/Dokumente/Homepage/MFE_Statuten.pdf) ist festgehalten, welche Rechte und Pflichten die Mitglieder haben, welche Kompetenz eine Mitglieder- oder Generalversammlung hat, welches die Aufgaben des Vorstands sind. Und manchmal lohnt es sich, diese Statuten auch rasch anzuschauen, bevor «man» wettert und reklamiert, vor allem, wenn der Adressat der falsche ist, oder das Ansinnen völlig quer in der Landschaft steht. Gerade für solche Momente, wenn etwas nicht klar ist oder es rasch gehen sollte, geben ­Geschäftsstelle und Vorstand auch gerne direkt Auskunft: Dienst am Mitglied.

Am 21. Juni 2018 findet im Rahmen des KHM-Kongresses in Luzern die 9. Generalversammlung von mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz statt. Für uns vom Vorstand ist dies deshalb ein wichtiger Anlass, weil wir unserer Basis Red und Antwort stehen müssen und auch wollen. Wir wünschen uns, mit den Erwartungen, den Wünschen, den Kritiken, den Enttäuschungen, den Problemen unserer Mitglieder konfrontiert zu werden! Wie sollen wir Haus- und Kinderärztinnen vertreten, wenn wir nicht wissen, wo der Schuh drückt, wenn wir keine Rückmeldungen haben? Ein aktuelles Beispiel: Die Einschränkungen durch die Limitationen, die so häufig diskutiert werden, die angeblich die Arbeit so erschweren … Warum ich «angeblich» schreibe? Weil wir davon hören, aber keine konkreten Meldungen 
erhalten. Und ohne konkrete Fakten werden wir bei den Krankenkassen und im BAG nur ein müdes ­Lächeln provozieren, aber sicher keine Einsicht, keine Änderungen dieser inadäquaten Massnahme.

Diese GV, diese Generalversammlung wird ein Novum enthalten. Diejenigen, die die Traktanden studieren und die Statuten kennen, werden erkennen, worum es sich handelt. Aber mehr verrate ich nicht, kommt und erlebt es! Kommt zahlreich! Wir zählen auf Euch. Und: keine Angst, Ihr verpasst den Apéro des KHM nicht, ­dafür schauen wir.

Ein «ceterum censeo» noch: Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» liegt mir, liegt dem Vorstand sehr am Herzen. Die ­Unterschriften tröpfeln herein, ein Rinnsal, wir hätten aber lieber einen reissenden Fluss. Hinzu kommt, dass wir ziemlich alleingestellt sind; trotz grossartiger ­Versprechen werden in den Apotheken praktisch keine Unterschriften gesammelt. Deshalb nochmals mein Aufruf, unser Aufruf: Sammelt Unterschriften, platziert die Steller prominent auf der Theke, im Wartezimmer, erklärt den Leuten, was unser Anliegen ist. Informiert und motiviert auch eure MPA, sie sind nah an den Patienten, gerade auch an denen, die nicht in die Sprechstunde kommen.

Ich freue mich, Euch alle in Luzern begrüssen zu dürfen, 17.15 Uhr am 21. Juni!

Redaktionelle ­Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

Philippe Luchsinger

Präsident mfe

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Korrespondenz:
Sandra Hügli-Jost
Kommunikationsbeauftragte mfe Haus- und ­Kinderärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
sandra.huegli[at]hausaerzteschweiz.ch