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Öffentliche Tagung des Vereins smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland

Gemeinsam entscheiden, ­welche Behandlung sinnvoll ist

Bernadette Häfliger Berger

DOI : https://doi.org/10.4414/phc-d.2018.01796
Veröffentlichung : 25.07.2018
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2018;18(14):242-243

Der Verein smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland lanciert am 1. Oktober 2018 seine zweijährige Patientenkampagne, die das Thema der medizinischen Fehl- und Überversorgung einer breiten Schweizer Öffentlichkeit zugänglich machen will. Mit einer repräsentativen Umfrage im Sommer 2018 soll herausgefunden werden, was der Bevölkerung zu diesem Thema bereits bekannt ist. Die Kampagne wird ­anlässlich einer öffentlichen Tagung am 1. Oktober 2018 im Auditorium Careum in Zürich vorgestellt.

«Einem Arzt, der nichts verschreibt, zürnen die Kranken und glauben, sie seien von ihm aufgegeben.» Noch heute gilt, was der griechische Arzt und Philosoph Epi­ktet vor knapp 2000 Jahren postuliert hat. Durch den medizinischen Fortschritt stellt sich jedoch immer mehr die Frage, welche verfügbaren Diagnose- und Behandlungsmittel die gesundheitliche Situation und die Lebensqualität der Betroffenen wirklich verbessern.

Gut informierte Patientinnen und ­Patienten

Bei der Kampagne soll die Sicht der Konsument/-innen und Patient/-innen ins Zentrum gerückt werden. Der Verein smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland will eine Vermittlerrolle zwischen den Behandelten und den Behandelnden übernehmen.

Nebst den Ärztinnen und Ärzten sollen bewusst auch andere Gesundheitsberufe einbezogen werden. Damit unnötige medizinische Massnahmen vermieden werden können, müssen alle Beteiligten informiert und in den Prozess der Entscheidungsfindung eingebunden werden. Und die Patient/‑innen müssen darauf vertrauen können, dass ihnen im Einzelfall immer die für sie persönlich beste Behandlung zukommt und ihr Wohl im Zentrum steht. Es geht also darum, ein Klima der Offenheit für gemeinsame Entscheidungen (shared desicions) zu schaffen.

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smarter medicine überprüft die Nützlichkeit von Behandlungen und orientiert sich an der Lebensqualität der Betroffenen.

Die Grundlage legen die medizinischen Fachgesellschaften

Eine zentrale Rolle in dieser Kampagne nehmen medizinische Fachgesellschaften ein. Sie sind es, die für ihren Fachbereich Empfehlungen in Form von sogenannten Top-5-Listen erarbeiten und veröffentlichen. Die Top-5-Liste führt fünf medizinische Interventionen auf, die vermieden werden sollten. Sie liefern also das eigentliche Grundlagenmaterial für die Patientenkampagne. In der Zwischenzeit haben sieben Fachgesellschaften solche Listen veröffentlicht. Weitere Fach­gesellschaften sind aktuell daran, eigene Listen zu erarbeiten.

Der Verein smarter medicine Choosing – Wisely Switzerland will mit der Patientenkampagne nicht a priori Gesundheitskosten senken, sondern in erster Linie die Qualität in der Medizin verbessern. Mit einer konsequenten Einhaltung der Empfehlungen würden aber mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Kosten gesenkt. Studien zeigen, dass etwa 20 Prozent der Gesundheitskosten durch Behandlungen verursacht werden, die medizinisch nicht angezeigt und damit für die Patient/-innen nicht nützlich sind – ja ihnen sogar schaden können. Die Patientenkampagne richtet sich in diesem Sinne auch gegen die Verschwendung in der Medizin.

Einladung zur öffentlichen Tagung

Der Verein smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland lädt alle interessierten Personen am 1. Oktober 2018 unter dem Titel «Wie fördern wir eine smarte Medizin in der Schweiz?» zu einer öffentlichen ­Tagung im Auditorium Careum in Zürich ein. Das Programm mit hochkarätigen Referent/-innen aus unterschied­lichen Bereichen verspricht eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema der Fehl- und Überversorgung.

Da die Plätze beschränkt sind, empfiehlt sich eine ­frühzeitige Anmeldung: www.smartermedicine.ch.

Hier finden Sie auch laufend aktualisierte Informationen zu den Referaten.

Tagungsprogramm «Wie fördern wir eine smarte Medizin in der Schweiz?»

Ab 8.30 Begrüssungskaffee, Vernetzung

9.30 Eröffnung der Tagung und Grussbotschaften (Prof. Dr. med. Jean-Michel Gaspoz, ­Präsident)

9.45–10.30 Aktuelle Informationen zur Patientenkampagne/Medienorientierung

10.30–11.00 Pause

11.00–11.30 smarter medicine aus politischer Sicht (Thomas Christen, Vizedirektor BAG)

11.30–12.00 smarter medicine aus Ärztesicht (Dr. med. Jürg Schlup, Präsident FMH)

12.00–12.30 smarter medicine aus Sicht nichtärztlicher Berufe (N.N.)

12.30–13.30 Stehlunch

13.30–14.00 Wie beeinflussen Richtlinien und Empfehlungen die ­medizinische Behandlung? (Prof. Dr. Matthias Schwenkglenks, NFP 74)

14.00–15.30 World Café zu den unterschiedlichen Aspekten der ­vorangegangen Referate

15.30–16.00 Pause

16.00–16.30 Erfolgreiche Choosing-Wisely-Initiativen in anderen Ländern (Prof. Dr. med. Wendy Levinson, ­Choosing Wisely International)

16.30–17.15 smarter medicine aus Sicht von Patient/-innen und Konsument/-innen (SPO, DVSP, Konsumentenschutz)

17.15–17.30 Fazit aus der Tagung (Prof. Dr. med. Jean-Michel Gaspoz)

17.30 Abschluss der Tagung

Nachfolge Präsidium und ­Vorstand SGAIM

Die beiden Co-Präsidenten der SGAIM, Prof. Dr. med. Jean-­Michel Gaspoz und Dr. med. François Héritier, haben bereits vor längerer Zeit bekannt gegeben, dass sie per Ende der ersten ­Legislatur am 31. Dezember 2018 von ihrem Amt und aus dem Vorstand der SGAIM zurücktreten werden.

Die übrigen fünf Vorstandsmitglieder stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.

In der Folge hat sich der Vorstand mit der Nachfolge des ­Präsidiums und dem Ersatz im Vorstand beschäftigt. Er ist zum Schluss gekommen, dass die SGAIM weiterhin durch ein Co-Präsidium geleitet werden soll, welches sowohl den ambulanten als auch den stationären Bereich repräsentiert.

Mit Dr. med. Regula Capaul und Prof. Dr. med. Drahomir Aujesky haben zwei bisherige Vorstandsmitglieder ihre Bereitschaft erklärt, das Präsidium gemeinsam zu übernehmen. Der Vorstand unterstützt diese Kandidatur und ist davon überzeugt, dass mit diesen zwei Persönlichkeiten die Kontinuität in der Nachfusionsphase der SGAIM gewährleistet ist.

Für die zwei freiwerdenden Vorstandssitze wurden Dr. med. Christoph Knoblauch und Prof. Dr. med. Idris Guessous als Kandidaten angefragt.

Der von der Vereinigung Internistischer Chef- und Kaderärzte Schweiz (ICKS) nominierte Christoph Knoblauch ist Chefarzt der Allgemeinen Innere Medizin des Kantonsspitals Nidwalden.

Idris Guessous ist Vertreter der akademischen und ambulanten Allgemeinen Inneren Medizin und leitet als Chefarzt die Abteilung für medizinische Grundversorgung der Hôpitaux Universitaires de Genève. Der Vorstand erachtet beide Kandidaten als für das Amt geeignet und qualifiziert.

Die Wahlen des neuen Präsidiums und des Vorstands finden ­anlässlich der Delegiertenversammlung der SGAIM vom 29. November 2018 in Bern statt.

Weitere Interessierte für den Vorstand können sich bis spätestens zum 31. August 2018 bei der Generalsekretärin der SGAIM, Bernadette Häfliger Berger (bernadette.haefliger@sgaim.ch), melden.

Redaktionelle ­Verantwortung:
Bruno Schmucki, SGAIM

Bernadette Häfliger Berger

Generalsekretärin SGAIM

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Kopfbild : istock

Korrespondenz:
Bruno Schmucki
Kommunikation, SGAIM
Schweizerische Gesellschaft
für Allgemeine Innere
Medizin
Monbijoustrasse 43
Postfach
CH-3001 Bern
bruno.schmucki[at]sgaim.ch