Editorial

«Ideenschmiede»

Zukunftsvisionen für das KHM

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2018.01823
Veröffentlichung: 12.09.2018
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2018;18(17):291

Pierre Klauser

Präsident Kollegium für Hausarztmedizin KHM, Fribourg

Wenige Monate vor Ablauf meines zweiten Mandats als Präsident möchte ich kurz die gegenwärtige und künftige Rolle des Kollegiums für Hausarztmedizin analysieren, bevor ich das Amt im nächsten Jahr an meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger übergebe.

Wenn ich mich an die Gründung des KHM im Jahr 1994 erinnere, bin ich noch immer davon begeistert, dass sich damals die Internisten und Allgemeinmediziner mit den Pädiatern zusammenschlossen, und dass zudem durch die fünf medizinischen Fakultäten eine solide akademische Grundlage geschaffen wurde und die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) ihre ideelle und finanzielle Unterstützung zusicherte.

Im Verlauf dieser beinahe 25 Jahre hat sich die Hausarztmedizin in der Schweiz hervorragend entwickelt. So gründeten sich in den fünf Fakultäten einschlägige Institute. Mithilfe unserer Plattform haben sich die in der Vergangenheit oftmals rivalisierenden oder zumindest konkurrierenden «Geschwister» – Internisten und Allgemeinmediziner – endlich auf die gemeinsamen Aspekte ihrer Ausbildung und Praxis geeinigt und sich zusammengeschlossen. Auch die Pädiater bringen die spezifischen Elemente ihres Fachgebiets ein. Die Hausarztmedizin wird nunmehr in der Bundesverfassung angeführt. Und mfe – der politische Arm, dessen Gründung vor bald zehn Jahren wir unterstützten – schärft das Profil der Hausarztmedizin in der Bevölkerung, der Politik und unter den Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung.

Es ist darum an der Zeit, unsere Prioritäten neu auszurichten und das KHM als «Ideenschmiede» zu positionieren.

In der Überzeugung, dass die Forschung ein unabdingbarer Faktor für Qualität ist, schaffen wir zusätzlich zu unserem traditionellen, jährlichen Preis eine weitere Unterstützung in Form eines Preises zur Förderung des Karrierebeginns (siehe Artikel auf Seite 297 dieser PHC-Ausgabe).

Ausserdem werden – neben den Kongressen, dem Gesundheitscoaching und den Fähigkeitsausweisen «Praxislabor» und «Dosisintensives Röntgen» – neue Instrumente unser Angebot im Dienste der Medizin und der Ärztinnen und Ärzte vervollständigen. Dabei handelt es sich insbesondere um pädiatrische Schulungen, den Zugang zu Dolmetschern, die enge Zusammenarbeit mit den neuen Instituten (Fribourg, Luzern, St. Gallen, …) und um die Unterstützung neuer Präventionsprojekte. Wir werden unsere Institute unter­stützen, indem wir ihnen innerhalb des KHM eine ­einzigartige Schnittstelle zwischen Pädiatrie und Allgemeiner Innerer Medizin bieten.

Ich bin davon überzeugt, dass diese neuen Prioritäten zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Hausarztmedizin und zu ihrer Verbreitung im Dienste der 
Wissenschaft und der Patientenversorgung führen werden.

Credits

Kopfbild: © Tomert | Dreamstime.com

Korrespondenzadresse

Korrespondenz:
Dr. med. Pierre Klauser
Président CMPR / KHM Kollegium für Hausarzt­medizin KHM
rue de l’Hôpital 15
CP 1552
CH-1701  Fribourg
pierre.klauser[at]hin.ch

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