Editorial

Das Sammeln von Unterschriften geht weiter

Einheit der Materie

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2018.01838
Veröffentlichung: 10.10.2018
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2018;18(19):333

Philippe Luchsinger

Präsident mfe

In der Politik gibt es den Begriff «Einheit der Materie», mit dem gemeint ist, dass die Inhalte einer Vorlage ­einem einheitlichen Thema unterstellt sind. Wenn ­früher dieser unumstössliche Grundsatz von allen respektiert worden ist, so haben sich Verschleisserscheinungen eingeschlichen, Inkonsequenzen, um die politischen Ziele zu erreichen.

Auch ein Editorial sollte eine einfache Botschaft, eine einheitliche Stossrichtung, ein klares Thema haben. Und jetzt stehe auch ich vor der Herausforderung: Wie verknüpfe ich einen interprofessionellen Kurs mit ­einer politischen Initiative? Wo lege ich die gemeinsame Basis zu Palliation und Tabakwerbung, und dann noch bei Kindern und Jugendlichen?

Nun, eigentlich ist ja einfach: Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte sind flexibel, vielseitig interessiert und engagiert. Der Patient mit seinen Sorgen und Nöten ist unser zentraler Ansprechpartner, unabhängig davon, ob er am Anfang, in der Mitte oder am Ende seines Lebens steht. Und wir sind uns bewusst, dass wir mit unserer Arbeit schon früh dazu beitragen können, Krankheiten zu verhindern, Leid zu vermeiden. Genauso ist es Teil unserer Arbeit, das bereits eingetretene Leiden zu lindern, die Patientin zu unterstützen. Sie soll in schwierigen Zeiten einen kompetenten Ansprechpartner vorfinden, auf den sie sich verlassen kann. Dass wir weder die präventive noch die palliative Arbeit allein leisten können, ist uns allen klar, dazu brauchen wir ein Team.

Solothurn ist zu einem Hotspot der ambulanten Palliativbetreuung geworden, was natürlich mit dem innovativen Motor zu tun hat, der dort zu Hause ist. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass der erste «teach locally» Kurs im Alten Spital abgehalten worden ist. Und dabei wurde das Thema der interprofessio­nellen Zusammenarbeit nicht nur aufgenommen und 
diskutiert, sondern erstmals in einen interprofessionellen Kurs gepackt. Meist sind Gesundheitsberufe dazu eingeladen, das Spektrum war hier viel weiter, wie es eben auch die Betreuung von Patienten in palliativen Situationen ist: Pfarrer, Sozialpädagogin, Jurist, Case Managerin lernten von- und übereinander. Sicher ein Programm mit Zukunft, das wir von mfe mit ­unserem interprofessionellen Hut gerne unterstützen (s. Artikel auf Seite 348).

Wenn wir verhindern wollen, dass Palliativsituationen auftreten, stehen uns verschiedene Instrumente zur Verfügung. Ein ganz starkes Mittel ist die Prävention, ein Tool, das wir sowohl bei Kinder- wie auch bei Hausärztinnen täglich einsetzen (s. Artikel auf Seite 337, 339 und 343 dieses Themenschwerpunkts «Rauchstopp»). Aber wir sind auch auf flankierende Massnahmen angewiesen, also Massnahmen, die unsere Bemühungen unterstützen, und sicher nicht torpedieren. Die Tabakwerbung untergräbt unsere präventiven Ziele massiv, sei es für die klassische Form, die Zigarette, oder für die «neuen Raucherutensilien». Umso enttäuschender für mich ist, dass wir mit der Unterschriftensammlung zur Tabakinitiative noch nicht am Ziel sind: Strengt euch etwas an! Ich habe euch gewarnt, ich werde euch immer wieder auf die Zehen ­stehen, bis wir die Unterschriften beisammenhaben. Wenn jedes Mitglied 50 Unterschriften beisteuert, haben wir über 200 000 zusammen. Ist das so schwierig?

Redaktionelle ­Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

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Sandra Hügli-Jost
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