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Regeln für wissenschaftliche Publikationen in der Weiterbildung Fachärztin/-arzt AIM

Nutzen Sie Primary and Hospital Care als Ihre Publikations-Plattform

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2018.01856
Veröffentlichung: 07.11.2018
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2018;18(21):374

Bruno Schmuckia, Jacques Donzéb, Nadja Pecinskac

a Verantwortlicher Administration und Kommunikation der SGAIM; b Mitglied der Redaktion; Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin, Inselspital Bern, Harvard Medical School, Boston, MA; c Managing Editorin Primary and Hospital Care

Wer den Facharzttitel in der Allgemeinen Inneren Medizin erlangen will, muss eine wissenschaftliche Publikation nachweisen können. Diese muss bestimmte formale Vorgaben erfüllen und einen Peer-Review-Prozess durchlaufen.

Im aktuellen Weiterbildungsprogramm «Facharzt für Allgemeine Innere Medizin» wird als eine weitere Bestimmung für Erlangung des Titel Folgendes festgelegt (Art. 2.4.2):

«Der Kandidat ist Autor oder Co-Autor einer wissenschaftlichen Publikation in einer wissenschaftlichen Zeitschrift (mit Peer-Review) in Papierform und/oder Fulltext-Online, publiziert oder zur Publikation angenommen. Auch eine Dissertation an einer universitären Fakultät gilt als Publikation. Akzeptiert werden Originalarbeiten einschliesslich Meta-Analysen und Übersichtsarbeiten sowie ausführliche, sorgfältig referenzierte Fallbeschreibungen (Case Reports). Der Text, ohne Referenzen, hat einen Umfang von mindestens 1000 Wörtern. Ausser bei der Dissertation muss das Thema der Publikation im Fachgebiet der Medizin (einschliesslich Biomedizin) liegen.»

Was bedeutet «peer reviewed»?

Die Forderung in einem Weiterbildungsprogramm nach einer Publikation in einem «peer reviewed journal» oder nach einer publizierten «peer reviewed»-Arbeit ist nahezu identisch. Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) umschreibt den Begriff in einem Merkblatt auf diese Weise:

«Eine Peer Review ist eine Begutachtung einer zur Publikation eingereichten Arbeit durch ‹Ebenbürtige›, das heisst Gutachter aus dem Fachgebiet, mit dem sich die Publikation abgibt. (...) Das Urteil dieser externen Peers, manchmal auch ‹Referees› (Schiedsrichter) oder ‹Reviewers› (Gutachter) genannt, entscheidet zum grossen Teil darüber, ob eine Arbeit im betreffenden Journal publiziert wird – publiziert wird eine Arbeit fast immer ohnehin, aber vielleicht an einem weniger angesehenen Ort. Die Peer Review ist ein wichtiges Qualitätsinstrument wissenschaftlicher Publikationen und findet sich bei allen hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften.

Konkret läuft die Peer Review folgendermassen ab: Der Autor oder die Autoren senden ein Manuskript (heute meist per Email) an ein durch sie ausgewähltes Journal. Der Herausgeber (Editor bzw. Redaktor) oder das Herausgeber-Team (Editorial Board bzw. Redaktion) begutachten in erster Instanzdas Manuskript. Erscheint es völlig ungeeignet, wird es direkt abgelehnt. Erscheint es prinzipiell geeignet, so wird es üblicherweise an 2 ‹Peers› weitergeleitet, die eine differenzierte Beurteilung über die Qualitäten und Mängel der Arbeit an den Editor abgeben. Aufgrund dieser Beurteilungen entscheidet das Editorial Board dann definitiv darüber, ob die Arbeit im betreffenden Journal publiziert wird. Widersprechen sich die Beurteilungen der beiden Peers, dann wird zur Entscheidung üblicherweise eine dritte, entscheidende Meinung eingeholt. Die Beurteilungen der Reviewers werden den Autoren zugestellt; die Namen der Reviewers werden aber meist nicht bekannt gegeben.

Zeitschriften können in solche mit und solche ohne Peer Review eingeteilt werden. Ob bei einem bestimmten Journal eine Peer Review stattfindet, ist aus der Homepage des Journals ersichtlich, meist in der allgemeinen Charakterisierung des Journals oder unter ‹Instructions for authors›.»

Wo können Artikel peer reviewed publizert werden?

Alle hochrangigen internationalen und schweizerischen Journals haben ein Peer-Reviewing. Auch in der Zeitschrift Primary and Hospital Care durchläuft ein Teil der Artikel den entsprechenden Prozess. Diese Texte sind im Heft mit einem roten Punkt und dem Hinweis «peer reviewed article» gekennzeichnet. Die Texte, die in der Regel einem Peer-Reviewing-Prozess unterzogen werden, sind die der Rubriken «Lernen», die auch die «Case reports» beinhaltet, und «Lehren und Forschen».

Wie können Artikel beim PHC eingereicht werden?

Auf der Website www.primary-hospital-care.ch ist unter der Rubrik «Publizieren» detailliert beschrieben, welche Kriterien Manuskripte erfüllen müssen, um in der Zeitschrift publiziert werden zu können. Die Texte können zudem komfortabel über eine Online-Plattform eingereicht werden, in der auch der Peer-Review-Prozess nachvollziehbar ist. Die Redaktion freut sich über jeden interessanten Beitrag.

Credits

Kopfbild: ID 13834221 © Fesus Robert | Dreamstime.com;

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CH-4132 Muttenz
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