Editorial

Das neue SGAIM-Präsidium stellt sich vor

Einen Gang hochschalten

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2019.10012
Veröffentlichung: 02.01.2019
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2019;0(01):5

Regula Capaul und Drahomir Aujesky

Co-Präsidium SGAIM

Ende November 2018 wurden wir von den Delegierten der SGAIM ins Co-Präsidium gewählt. Wir danken herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns darauf, die grösste medizinische Fachgesellschaft der Schweiz nach der gelungenen Fusionsphase in die weitere Zukunft zu führen.

Wie soll diese Zukunft aussehen? Nachdem die letzten Jahre vor allem der internen Konsolidierung, der Entwicklung einer gemeinsamen SGAIM-Kultur sowie dem Aufbau einer professionellen Geschäftsstelle gewidmet waren, wollen wir auf diesem starken Fundament aufbauen, die Fachgesellschaft weiterentwickeln und für sie neue Themenfelder erschliessen. Die Herausforderungen an die Allgemeine Innere Medizin (AIM) sind vielfältig. Die zunehmende Ökonomisierung, die fortschreitende Fragmentierung der Medizin, der Mangel an allgemeininternistischem Nachwuchs sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich sowie der zunehmende Druck auf die AIM in Zentrumsspitälern bedingen, dass die SGAIM auf nationaler und regionaler Ebene ihr Gewicht verstärkt in politische Power umsetzt. Die Vertretung der ­direkten Interessen unseres Faches und unserer Mitglieder bleibt unsere ureigene Kernaufgabe.

Die Kampagne zur Nachwuchsförderung war, gemessen am positiven Echo bei den Assistenzärztinnen und -ärzten und Studierenden als auch an der wachsenden Zahl junger Neumitglieder bei der SGAIM, ein voller Erfolg. Die Weiterführung des Nachwuchsförderungsprojekts wird uns in den nächsten Jahren weiter stark beschäftigen und soll auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Die neu gebildete Kommission für Nachwuchsförderung wird den Vorstand inhaltlich dabei unterstützen. Ein Kernelement wird die Revision unseres Weiterbildungsprogramms durch die Weiterbildungskommission sein. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Tätigkeitsfelder sowohl im Spital wie auch in der Praxis attraktiv sind, und die jungen Kolleginnen und Kollegen in der individuellen Karriereplanung möglichst lange die Option haben, sich für den einen oder anderen Weg zu entscheiden.

Die Einsetzung einer Forschungskommission und die Erarbeitung einer Roadmap zur Akademisierung der AIM hat in Anbetracht des Chefärztemangels sowie dem schwindenden Einfluss von Generalistinnen und Generalisten an den medizinischen Fakultäten höchste Priorität. Dabei soll die wissenschaftliche Tätigkeit der AIM im Sinne einer patientenzentrierten Forschung klar auf die Patientinnen und Patienten und deren Bedürfnisse ausgerichtet werden. Ein prioritäres Thema ist auch die Förderung einer patientenzentrierten Medizin innerhalb der Spitalorganisation, deren Prozesse – unabhängig vom Alter der Behandelten – konsequenter auf Multimorbidität ausgerichtet werden müssen. Mit dem Nachwuchsförderungsprojekt sollen zudem die verschiedenen Tätigkeitsfelder in ambulanten Praxen aufgezeigt werden, um einerseits die Attraktivität für junge Kolleginnen und Kollegen darzustellen und andererseits die Bemühungen um Praxisnachfolgen von der SGAIM her aktiv zu unterstützen.

Die Zahl und Kadenz der Herausforderungen im Gesundheitswesen nimmt rasant zu. Damit die Generalistinnen und Generalisten den ihnen gebührenden Platz auf dem Pilotensitz erhalten und nicht nur im Seitenwagen mitfahren, muss die SGAIM die Geschwindigkeit bei ihren Aktivitäten nochmals einen Gang hochschalten. Dabei sind wir auf Ihre Hilfe und Mitarbeit angewiesen.

Wir alle leisten mit unseren unterschiedlichen Talenten unseren Teil zum Ganzen und sind, ob niedergelassen, im Spital oder in einer Subspezialität tätig, gleichberechtigt wertvoll für die Weiterentwicklung und Stärkung der AIM. Und wir wollen mit Ihnen allen mit Wertschätzung für das Gegenüber und auf Augenhöhe kommunizieren.

Redaktionelle ­Verantwortung:
Bruno Schmucki, SGAIM

Credits

Kopfbild: ID 45526848 © Ekaterina79 | Dreamstime.com

Korrespondenzadresse

Bruno Schmucki
Kommunikation
SGAIM Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin
Monbijoustrasse 43
Postfach
CH-3001 Bern
bruno.schmucki[at]sgaim.ch

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