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Sammelmonat März 2019: jetzt nochmals Unterschriften sammeln

Weil Tabak nicht in Kinderhände gehört!

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2019.10030
Veröffentlichung: 06.02.2019
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2019;19(02):36-37

Sandra Hügli-Jost

Kommunikationsbeauftragte mfe, Haus- und Kinderärze Schweiz

Im März 2018 hat mfe mit einer breiten Allianz aus Gesundheitsorganisationen beschlossen, mittels einer Volksinitiative den Jugendschutz im Tabakbereich endlich konsequent im Gesetz zu verankern. Eigentlich wollten wir die benötigten Unterschriften bis zum letzten Herbst einreichen, doch nach einem Jahr sammeln wir immer noch. Dabei ist die Rechnung ganz einfach: Sammelt jede Arztpraxis nur 50 Unterschriften, sind wir am Ziel! Haben Sie bereits Unterschriften gesammelt?

Die Schweiz ist neben den Zwergstaaten das letzte europäische Land, das die WHO-Konvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs nicht ratifiziert hat. In unserem Land wird im öffentlichen Raum auf Plakaten, in Inseraten, im Kino, online und an Festivals intensiv und ungeniert für Tabak geworben. Mit Gratismustern und Rabatten ködern die Tabakfirmen die Kundinnen und Kunden von morgen: Kinder und Jugendliche. Zwar behauptet die Tabaklobby, mit ihren millionenschweren Kampagnen auf Erwachsene zu zielen und einzig diese bei der Markenwahl beeinflussen zu wollen. Doch diese Scheinargumentation ist längst durch zahlreiche Studien widerlegt. Die Tabakunternehmen brauchen neue Kunden – denn die ­bestehenden sterben weg. An Krebs, COPD, Herz-/Kreislaufkrankheiten und zahlreichen weiteren tabakbedingten Erkrankungen.

Um Kinder und Jugendliche endlich wirkungsvoll vor Tabakwerbung zu schützen, wollen wir im März 2019 gemeinsam mit unseren Partnern nochmals alles geben und den ganzen Monat auf der Strasse, im persönlichen Umfeld, in den Apotheken und auch in unseren Praxen aktiv sammeln.

Der Jugendschutz verdampft

Die Tabakwerbung ist erfolgreich. Die meisten Raucherkarrieren beginnen auch heute noch im Teenageralter. Ein Problem, das sich mit der schnellen Verbreitung von E-Zigaretten noch massiv verschärfen wird. Die neuen Produkte werden als «gesunde Alternative» präsentiert und kommen cool daher. In diversen Interviews in grossen Schweizer Zeitungen geben Vertreter der Tabakbranche zum Besten, sie wollten mit den neuen Produkten «Die Leute von den Zigaretten wegbringen».

Die neuen Produkte sind bei den Jungen im Trend: Laut einer Umfrage der Stiftung Sucht Schweiz hat ein Drittel der 15- bis 24-Jährigen bereits einmal zur ­E-Zigarette gegriffen, während die Zahl der Raucher von Tabakzigaretten in dieser Altersgruppe stabil blieb. Kein Wunder, denn es sind trendige Gadgets und kommen je nach Wahl mit einem leichten Nuss­aroma, frischem Menthol oder Mangogeschmack daher: Der Schleckstängel zum Dampfen!

Geregelt ist der Verkauf nicht: Eine Gesetzeslücke lässt aktuell zu, dass E-Zigaretten auch an Jugendliche ­verkauft werden dürften. Zum Glück steht da gerade die Beratung des neuen Tabakproduktegesetzes an, könnte man meinen. Nur passiert hier das, was wir seit bald zwei Jahrzehnten beobachten können: Nichts. Und darum wird am Schluss im Gesetz stehen, dass die neuen Produkte «differenziert» geregelt werden müssen, was nichts anderes heisst, als dass die bereits ­mangelhafte Tabakprävention bei E-Zigaretten nur ­beschränkt angewendet werden muss.

Erfolgreiches Sammeln geht auch im ­hektischen Praxisalltag

Im Rahmen unseres Praxis-Wettbewerbs vom November 2018 hat das Team der Hausarztpraxis am Bager in Schmitten FR (Dr. Karin Rudaz-Schwaller und Dr. Claudia Mellenthin) in einem Monat über 200 Unterschriften für die Initiative «Ja zum Schutz der Kinder und ­Jugendlichen vor Tabakwerbung» gesammelt. Herzliche Gratulation und ein grosses Dankeschön für diesen tollen Einsatz!

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Die Gewinnerinnen des Praxis-Wettbewerbs haben über 200 Unterschriften gesammelt: Das Team der Hausarztpraxis am 
Bager in Schmitten (FR).

Tipps und eine Anleitung zum erfolgreichen Sammeln im hektischen Praxisalltag finden Sie unter diesem Link: www.kinderohnetabak.ch/medien/videos/.

Wir brauchen auch Ihre Unterstützung im Sammelmonat März!

Die Sammelfrist läuft noch bis zum 20. September 2019. Der Monat März ist nationaler Sammelmonat. Es bleibt also noch etwas Zeit, aber wir brauchen Ihre tatkräftige Unterstützung jetzt. Alle Materialien sind unter www.kinderohnetabak.ch/mitmachen/ gratis erhältlich und werden direkt in Ihre Praxis geliefert.

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Redaktionelle ­Verantwortung: Sandra Hügli, mfe

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost 
Kommunikations­beauftragte mfe ­Haus- und Kinderärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
Sandra.Huegli[at]hausaerzteschweiz.ch

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