Editorial

Werde aktives Mitglied von mfe

«Mir hei ä Verband, i ghöre derzue. Und aui mache mit.» 

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2019.10059
Veröffentlichung: 03.04.2019
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2019;19(04):93

Philippe Luchsinger

Präsident mfe, Haus- und Kinderärzte Schweiz

Die meisten Mitglieder eines Verbands sind in einem kollektiven Tiefschlaf … oder habe ich euch mit diesem ersten Satz gerade geweckt? Und vielleicht mit Appetit auf mehr? An einem unserer Regionaltreffen haben wir mit einem Fachmann für Verbandsfragen diskutiert, wie ein aktiver Verband zu aktiven Mitgliedern kommt. Mani Matter hat die Problematik mit «Mir hei e Verein. Und mängisch ghören i würklech dezue» sehr treffend beschrieben beziehungsweise besungen. Viele Verbände sehen ihre Mitglieder gerne als zahlende Masse, die froh ist, wenn das Schiff von der Brücke her gelenkt wird, und hoffen insgeheim, dass die Mitreisenden nicht zu stark in den Kurs eingreifen. Entsprechend werden Generalversammlungen sehr häufig auch nur dann besucht, wenn man gerade nichts anderes vorhat, oder wenn Essen und Getränke gratis sind. Ein Verband kann mit vielen passiven Mitgliedern gegen aussen mit seiner Mitgliederzahl prahlen und versuchen, damit in Diskussionen ein eigentlich nicht vorhandenes Gewicht vorzugeben. Häufig gehen solche Verbindungen dann an fehlendem Nachwuchs für die Brücke oder generell für die Mannschaft unter.

Unsere Vorstellung eines Verbandes, der Interessen zu vertreten hat, sieht seit jeher anders aus. Wohl wissend, dass die Meinungen und Haltungen auch einer Berufsgruppe wie der Haus- und Kinderärzte nicht uniform sind, versuchen wir, konsolidierte und mehrheitsfähige Lösungen zu präsentieren. Nur: Das schaffen wir nicht allein. Wir sind darauf angewiesen, zu hören, was unseren Mitgliedern unter den Nägeln brennt, was sie stört, was ihre Befürchtungen sind, aber auch, was sie sich erhoffen. Diese Kultur soll mfe auch attraktiv machen, gerade für neue Mitglieder, die sich erhoffen, sich einbringen zu können. Denn wir haben in der erwähnten Diskussion am Regionaltreffen gelernt: aktive Mitglieder sind eine Bereicherung!

Auch dieses Jahr werden wir unsere Regionaltreffen Ost, Mitte und West wieder durchführen, und erneut freuen wir uns darauf, interessierte aktive Mitglieder zu treffen und ihre Meinungen zu hören. Du gehörst doch sicher nicht zum tief schlafenden Kollektiv, oder? Also auf, melde dich an!

2019 ist ein spezielles Jahr, mfe feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Wir nutzen natürlich die Gelegenheit, und werden an unserem ersten gesundheitspolitischen Symposium bestrebt sein, mit hochkarätigen Gästen eine Diskussion auf hohem Niveau zu führen. Seid dabei und lasst euch überraschen! Denn auch hier freuen wir uns auf aktive, interessierte und mitdenkende Teilnehmer/-innen. Nur so wird dieses Symposium ein Erfolg.

Und wenn wir schon dabei sind mit den Ankündigungen: mfe engagiert sich seit vielen Jahren für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Grundversorgung. In diesem Rahmen wurde die Plattform Interprofessionalität gegründet, die vor einem Jahr in einen Verein überführt worden ist. Im Bestreben, das interprofessionelle Wissen und Können weiter zu verbreiten und diese Weiterbildung zu konkretisieren, wurde der Verein SwissIPE gegründet. In diesem Jahr werden nun die ersten Kurse angeboten – erneut eine Pionierleistung, an der mfe beteiligt ist.

«Mir hei e Verband, i ghöre derzue. Und aui mache mit.»

Redaktionelle ­Verantwortung:
Sandra Hügli, mfe

Credits

Kopfbild: ID 139827591 © Rachaphak Kitbumrung | Dreamstime.com

Korrespondenzadresse

Sandra Hügli-Jost
Kommunikations-
beauftragte
mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz
Geschäftsstelle
Effingerstrasse 2
CH-3011 Bern
sandra.huegli[at]hausaerzteschweiz.ch

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