access_time veröffentlicht 19.10.2016

Pannen

Bernhard Gurtner

Anamnestik

Pannen

19.10.2016

Wenn die Anamnese nicht vorankommt, wenn in beiden Gesprächspartnern ungute Gefühle entstehen, wenn Mimik, Körperhaltung und Wortwahl zeigen, dass Verkrampfungen oder ­Ärger den Austausch verhindern ...

Wenn die Anamnese nicht vorankommt, wenn in beiden Gesprächspartnern ungute Gefühle entstehen, wenn Mimik, Körperhaltung und Wortwahl zeigen, dass Verkrampfungen oder ­Ärger den Austausch verhindern, dann ist es höchste Zeit, einen Notstopp vorzunehmen. Das Gespräch kann am ehesten wieder in Gang gebracht werden, wenn sich Arzt und Patient gemeinsam bemühen, die Ursache der Störung zu finden:

Der Patient
–    sieht im Arzt eine Autoritätsperson, die ihn an schlechte ­Erfahrungen mit Eltern, Lehrern oder anderen Vorgesetzten erinnert;
–    hat Angst vor eigenen Emotionen, befürchtet Verlust der Selbstkontrolle;
–    scheut sich, einen schlechten Eindruck zu hinterlassen;
–    zweifelt, ob seine Aussagen wirklich absolut vertraulich ­bleiben;
–    möchte nicht von Anfängern oder Ausländern, als Frau nicht von einem Mann bzw. als Mann nicht von einer Frau befragt werden.

Der Arzt
–    drückt sich akustisch oder inhaltlich zu wenig verständlich aus;
–    zeigt verbal oder averbal zu wenig Interesse und Empathie;
–    stellt zu früh intime Fragen oder umgeht sie, wenn Andeutungen fallen;
–    hat Vorurteile gegenüber diesem Typ von Patient;
–    versäumt es, den Patienten immer wieder zu informieren, dass er verstanden worden ist.

Bernhard Gurtner

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