access_time veröffentlicht 21.11.2016

Entgegenkommende Höflichkeit

Bernhard Gurtner

Anamnestik

Entgegenkommende Höflichkeit

21.11.2016

Eine vertrauensbildende Gewohnheit

Eine für die nachfolgende Anamnese vertrauensbildende Gewohnheit pflegen jene Ärzte, die sich die Patienten nicht vorführen lassen, sondern sie persönlich im Wartezimmer abholen und mit Händedruck begrüssen. Das verschafft dem lange sitzenden Doktor etwas Bewegung, ermöglicht kurzes Lüften des Sprechzimmers und gibt dem Personal die Chance, ihrem Chef «ambulant» dringliche Mitteilungen zuzuflüstern. 

Wenn die Patienten schon hereingeleitet werden, während der hinter seinem Schreibtisch verschanzte Arzt noch letzte Notizen eintippt oder ein Telefongespräch zu Ende führt, fühlen sie sich unbehaglich und vorerst fehl am Platz. Vielleicht bekommen sie auch Dinge zu hören, die nicht für ihre Ohren bestimmt sind, und zweifeln deshalb an der Vertrauenswürdigkeit des Arztes, dessen freundlichen Tonfall sie als vermeintlich professionellen Jargon entlarven.

Bernhard Gurtner

Ähnliche Beiträge

veröffentlicht 27.02.2017

Warnsignale

veröffentlicht 14.02.2017

Zurück auf Feld 1

veröffentlicht 25.01.2017

Pausen

veröffentlicht 06.12.2016

Hartnäckiger Husten

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion