access_time veröffentlicht 25.01.2017

Pausen

Bernhard Gurtner

Anamnestik

Pausen

25.01.2017

Nicht selten kommen Patienten während der Anamnese ins ­Stocken oder verstummen ganz.

Nicht selten kommen Patienten während der Anamnese ins ­Stocken oder verstummen ganz. Das mag bedeuten, dass sie das Wichtigste gesagt haben und keine weiteren Fragen stellen möchten. Die Pause kann aber auch darauf hinweisen, dass ­jemand nach den passenden Worten sucht, um einen heiklen ­Bereich anzusprechen. Pausen entstehen, wenn wir den Gesprächspartner soeben irritiert oder überfordert haben, er ­Erinnerungslücken hat oder sich die schwierige Antwort auf die letzte Frage noch überlegt. Vielleicht hat er uns aber auch akustisch oder inhaltlich nicht verstanden und wagt nicht, dies zu sagen. Sprechen wir zu rasch oder zu leise?

In dieser Situation sollte die etwas peinliche Stille nicht allzu schnell mit einer ärztlichen Frage beendet werden. Wir brauchen nicht eine Schweigeminute lang zu verstummen, aber etliche ­Sekunden dürfen es schon sein. Und achten Sie darauf, mit ­welchen Worten der Patient das Gespräch wieder aufnimmt, sie enthalten vielleicht den Schlüssel zum Verständnis. 

Bernhard Gurtner

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