access_time veröffentlicht 12.07.2017

Anatomische und physiologische Illusionen

Bernhard Gurtner

Anamnestik

Anatomische und physiologische Illusionen

12.07.2017

Bei der Aufnahme der Anamnese muss im Zweifelsfall genauer nachgefragt werden.

Dank gutem Lehrmaterial in den Schulen und eindrücklichen TV-Sendungen ist die Allgemeinheit heute besser über den menschlichen Körper informiert als es ihre Eltern oder Grosseltern ­waren. Dennoch erstaunt es gelegentlich, welche abstrusen ­Vorstellungen über die Lage der Organe und deren Funktionen sogar bei Akademikern bestehen können. Auch das Menschenbild von Immigranten aus fremden Kulturen oder von esoterisch ­inspirierten Einheimischen entspricht nicht immer den schulmedizinischen Ansichten.

Journalisten verwechseln allzu oft das Rückenmark mit dem Knochenmark, können aber immerhin Dänemark von der Steiermark unterscheiden.

Bei der Aufnahme der Anamnese muss deshalb im Zweifelsfall nachgefragt werden, wo genau die Patienten ihre «Magen-, Leber- oder Nierenschmerzen» spüren. Es wird einige geben, denen der Magen angeblich die ganze Bauchhöhle ausfüllt und andere, welche die Leber in der Blasengegend spüren. Die Nieren wurden bei einer englischen Umfrage von vielen Angesprochenen beidseits in der Leiste lokalisiert (waren das Wandernieren?)

 

Bildnachweis: © Juriah Mosin | Dreamstime.com

Bernhard Gurtner

Bloggen Sie mit!

Wollen Sie auch einen Blogbeitrag publizieren? Dann schreiben Sie uns!

Mail an Redaktion

Verpassen Sie keinen Artikel!

close