access_time Publié 15.03.2022

Hebammenverband wird Partner von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland»

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Hebammenverband wird Partner von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland»

15.03.2022

Medienmitteilung vom 11.03.2022

Der Schweizerische Hebammenverband schliesst sich dem wachsenden Partnernetzwerk von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» an. Damit engagiert sich der Verband gegen die medizinische Über- und Fehlversorgung in der Schweiz. «smarter medicine» knüpft dabei an die erfolgreiche amerikanische Initiative «Choosing Wisely» an, welche zum Ziel hat, die offene Diskussion zwischen den Gesundheitsfachpersonen, den Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit zu fördern.

Es werden immer mehr Behandlungen und Abklärungen durchgeführt, welche den Patientinnen und Patienten mehr schaden als nützen. Der Trägerverein «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» kämpft gegen diesen Missstand, indem sie unnötige Behandlungen aus den verschiedenen medizinischen Fachgebieten und Gesundheitsberufen veröffentlicht sowie Patientinnen und Patienten ermutigt, mit den Gesundheitsfachpersonen in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten. Dabei verfolgt smarter medicine den Grundsatz, dass eine Behandlung oder Betreuungsform nur dann angewendet wird, wenn sie tatsächlich zur Gesundheit und dem Wohle der Patientinnen und Patienten beiträgt. Der Schweizerische Hebammenverband verfolgt dieses Ziel ebenfalls und schliesst sich dem wachsenden Partnernetzwerk von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland» an.

Gegen Über- und Fehlversorgung

Der Schweizerische Hebammenverband engagiert sich bereits seit vielen Jahren für eine hohe Behandlungsqualität. Viele Hebammen nutzen bereits heute Tools zur Qualitätsförderung. Dazu gehören Qualitätszirkel, Fallbesprechungen, Journal Clubs, Arbeitsplatzbasierte Assessments oder Sensibilisierungskampagnen für Patientinnen. Auf Verbandsebene steht auf der einen Seite die interprofessionelle Zusammenarbeit, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der medizinischen Überversorgung und der im internationalen Vergleich sehr hohen Interventionsraten im Bereich der reproduktiven Gesundheit im Zentrum. «Qualität in der Hebammenarbeit erhält und fördert die Gesundheit von Mutter und Kind. Wir achten und respektieren die Familien, erfüllen unsere Kompetenzen fach- und sachgerecht und haben den Mut, den vorhandenen Wissenskonsens stetig zu hinterfragen», hält der Beirat Qualität und Innovation des Schweizerischen Hebammenverband bereits 2019 fest.

Empfehlungen von unnötigen Behandlungen ermöglichen offenen Dialog

Kernstück von «Choosing Wisely» sind sogenannte «Top-5-Listen» aus allen medizinischen Fachdisziplinen, auf denen je fünf Behandlungen zu finden sind, die in der Regel keinen Nutzen bringen. Inzwischen sind in der Schweiz 19 Top-5-Listen veröffentlicht worden. Gemäss Geschäftsführer Lars Clarfeld sind rund 20 weitere Listen in der Entstehung: «Bald werden medizinische Fachgesellschaften oder Organisationen von Gesundheitsberufen, die noch keine Top-5-Liste erarbeitet haben, in der Minderheit sein», sagt Geschäftsführer Clarfeld. Die Listen richten sich nach den Empfehlungen für eine nachhaltige, effiziente und evidenzbasierte Medizin und beruhen auf nationalen und internationalen Studien. Auch der Schweizerische Hebammenverband arbeitet zurzeit an einer Top-5-Liste.

Weniger ist manchmal mehr

Die Massnahmen der Top-5-Listen sind mit Risiken verbunden, die potenziell grösser sind als deren Nutzen für die Patientinnen und Patienten, weshalb auf eine solche besser verzichtet oder zumindest kritisch geprüft werden soll. Dies erfordert jedoch immer erst ein ausführliches Gespräch zwischen Gesundheitsfachperson und Patientin oder Patient, da jeder Fall individuell beurteilt werden muss und keine Behandlung à priori vorenthalten wird.

Mehr zu «smarter medicine - Choosing Wisely Switzerland» unter: www.smartermedicine.ch
Mehr zum Schweizerischer Hebammenverband unter: www.hebamme.ch

Weitere Auskünfte erteilen:

Dr. med. Lars Clarfeld

Geschäftsführer von «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland»

lars.clarfeld@sgaim.ch

Tel: +41 31 370 40 06

 

Andrea Weber-Käser

Geschäftsführerin Schweizerischer Hebammenverband

a.weber@hebamme.ch

Tel: +41 31 332 63 68

 

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