access_time veröffentlicht 23.09.2021

Arzneistoffe in der Palliativmedizin

Dr. med. Manuel Schaub

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Arzneistoffe in der Palliativmedizin

23.09.2021

Christian Redmann

Christian Redmann liefert mit seinem Werk «Arzneistoffe in der Palliativmedizin» einen weiteren Titel in der Serie «Aporello» der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft Stuttgart. Dies sind kleine Nachschlagewerke für Medikamente jeweiliger Fachgebiete für die Manteltasche im praktischen Leporello-Format.

Eine der Stärken dieses Helfers im Alltag ist: Er ist kurz und prägnant. Anders als in vergleichbaren Werken konnte der Autor der Versuchung widerstehen, eine langgezogene Einführung einzufügen, ebenso fehlt erfreulicherweise der anscheinend sonst obligate historische Abriss über die Palliativmedizin wie auch nochmals eine Erklärung der Wichtigkeit dieses Fachbereiches (welches kardiologische Nachschlagewerk rechtfertigt schon das eigene Fach?). Christian Redmann fasst die wichtigsten Fachinformationen von 48 Medikamenten in der Palliativmedizin sinnvoll zusammen, so dass das jeweilige Medikament direkt am Krankenbett verordnet werden könnte.

Als Zusatzwert gegenüber den online verfügbaren Fachinformation ist sicherlich besonders die Off-Label-Anwendung der jeweiligen Substanzen zu nennen - ein echter Mehrwert. Um das potenzielle Publikum zu vergrössern, hätte der Autor sich in diesem Punkt allenfalls noch eine zusätzliche Seite mit einem Inhaltsverzeichnis nach Symptomen leisten können. Als Anwenderin oder Anwender muss das Wissen vorhanden sein, dass das Antipsychotikum Levomepromazin Off-Label auch bei Übelkeit und Erbrechen oder terminaler Unruhe eingesetzt werden kann, um unter dem Stichwort der Substanz die gewünschten Informationen zu finden. Dies vorausgesetzt ist die Zusammenfassung übersichtlich und sinnvoll. Für einen Assistenzarzt jedoch, der einen nächtlichen Anruf der Pflege bekommt, was bei Patientin XY mit hartnäckigem Schluckauf an medikamentöser Reserve verabreicht werden könnte, ist das Werk in der jetzigen Auflage nur beschränkt nützlich. Ein weiterer Kritikpunkt, mit welchem jede Autorin und jeder Autor eines Kurznachschlagewerkes leben muss, ist die getroffene Auswahl der Medikamente. Der Sinn eines Manteltaschenwerkes ist eben, sich zu beschränken. Meinungen, welche nun wirklich die 50 wichtigsten Medikamente eines Fachbereiches sind, gibt es wohl so viele wie in dem jeweiligen Feld praktizierende Ärztinnen und Ärzte. Entsprechend ist es müssig, das Fehlen einer Medikationsempfehlung gegen Fatigue zu monieren - wäre es aufgeführt, würde ein Lieblingsmedikament Anderer dafür fehlen. Das Handbuch liegt gut in der Hand und ist erfreulich robust gebaut, es ist tatsächlich für die Manteltasche und den Arbeitsalltag auf einer Station gedacht. Solide ist nicht nur das Trägermaterial, sondern genauso der Inhalt. Das Werk kann für den Arbeitsalltag empfohlen werden.

Christian Redmann

aporello Arzneistoffe in der Palliativmedizin

Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 2021.

112 Seiten.

ISBN: 978-3-8047-4096-9.

Dr. med. Manuel Schaub

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